1950 Buick Special

1950er Buick Special, Maßstab 1:25, Jaymar Resin-Bausatz


THE MILLION DOLLAR GRIN


"The Million Dollar Grin" – das "Millionen Dollar Grinsen" der gewaltigen Chromzähne im Kühlergrill – war von 1946 bis 1954 das Erkennungszeichen aller Fahrzeuge der General Motors-Division Buick. Die seltene Gelegenheit, einen dieser herrlichen Straßenkreuzer als Modell im Maßstab 1:25 zu bauen, bietet ein Resin-Bausatz der weitgehend unbekannten Firma Jaymar aus Australien.

Ebay bietet den US Car-Modellbauern seit geraumer Zeit ungeahnte Möglichkeiten, an Modelle heranzukommen, deren Existenz vorher oft nicht einmal bekannt war. So geschah es auch bei diesem 1950er Buick 4 Door Sedan. Beim üblichen Stöbern nach bestimmten Suchmustern ging dem Autor durch Zufall in Australien dieser Buick ins Netz. Er war damals sehr überrascht, einen seiner Favoriten im Maßstab 1:25 vorzufinden, bot natürlich sofort darauf und ersteigerte das Modell überraschenderweise für relativ wenig Geld.


Als das Päckchen nach wenigen Tagen ankam, war schon bald klar, warum das Modell nicht allzu hoch im Preis stieg. Es lag nicht an der geringen Anzahl der Bauteile (zwei Stoßstangen und die Karossserie) sondern an der schlechten Qualität des Resingusses - anscheinend hatten die Mitbieter dieses Wissen voraus!


Es stand also viel Arbeit an, um aus den vorhandenen Teilen ein brauchbares Modell zu gestalten. Zum Einen mussten alle fehlenden Teile ergänzt und zum Anderen die Ausgangsbasis komplett überarbeitet werden. Aber was tut man nicht alles für ein einzigartiges Modell, das bisher auch in keinem anderen Maßstab erhältlich ist? Spätestens jetzt war klar, dass dieser Bericht vom üblichen Bau eines Modells, ja sogar vom Bau eines "normalen" Kleinserienmodells abweichen würde.


Wieder einmal wurde Modelhaus USA bemüht, diesmal um die fehlenden Teile in ähnlicher Art zu beschaffen, da es für den 1950er Buick nichts gab. Dies betraf zunächst den kompletten Innenraum mit Lenkrad und Armaturenbrett sowie die Radkappen des 1949er Buick. Das Chassis, ursprünglich von einem ´49er Mercury, stammte aus der Restekiste.

Bevor irgendwelche unnötigen Energien in ein Projekt, das dann doch scheitern könnte, gesteckt wurden, begannen die Arbeiten mit dem komplexesten Teil des Modells. Anders ausgedrückt: Falls die Karosserie nicht gelänge, müsste auch mit den anderen Details gar nicht begonnen werden!


So sicher war die ganze Sache zunächst nicht, denn die Karosserie befand sich in einem so bedauernswerten Zustand, dass es fast unmöglich schien, sie jemals wie gewünscht hinzubekommen. So wurden zunächst Risse, Unebenheiten, Verzug und ungleiche Proportionen beseitigt. Des weiteren fehlten einige wichtige Details, die komplett neu aufgebaut werden mussten. Nach mehrfachen Schleif- und Spachtelorgien mit dazwischen geschalteten Grundiergängen näherte sich die Karosserie den Vorstellungen des Erbauers.


Dies ermutigte wiederum, parallel dazu mit dem Innenleben zu beginnen. Dass kein einziges Maß passte und auch optisch nicht alles korrekt war, ist bei der Ausgangsbasis, die zwei grundverschiedene Modelle bilden, leicht vorstellbar. Die ´49er Buick-Innenwanne aus Resin wurde in heißem Wasser so lange gebogen und verformt, bis sie perfekt in den Body des ´50er Buick passte.

Nun ging es an die Details wie Zierteile, Kurbeln und Armlehnen, die alle angepasst werden mussten. Das Armaturenbrett war nur in groben Zügen korrekt und daher auf das ´50er Baujahr abzustimmen, ebenso das Lenkrad und die Sitze, die aber weniger Aufwand erforderten.


Eine der grössten Herausforderungen bildeten die vorderen und hinteren Stoßstangen. Die Oberfläche glich einer Kraterlandschaft und von Passform konnte nicht die Rede sein. Wiederum brachte stundenlanges Schleifen, Grundieren und abermaliges Schleifen den gewünschten Erfolg. Eine industrielle Beschichtung in Chrom-Optik (identisch mit Kunststoffteilen) bei einem Partner nicht weit vom Wohnort des Autors führte schließlich zu der gewünschten Oberfläche.


Viele Details wie die kleinen Bullaugen vorne an der Motorhaube, die fehlenden Embleme oder die Rücklichter erforderten intensive Arbeit und verlangten nach eigenwilligen Methoden, wobei hier nicht weiter in die Tiefe gegangen werden soll - das würde den Rahmen dieses Bauberichts sprengen! Das Chassis des 1949er Mercury von amt wurde optisch auf das ´50er Baujahr des Buick getrimmt. Als gute Vorlage diente der Franklin Mint- Buick des Baujahres 1949, ein sehr detailliertes Fertigmodell im Maßstab 1:24.


Als alle Teile passgenau aufeinander abgestimmt und vorbereitet waren, ging es mit der Lackierung weiter, die in Schwarz mit grauem Innenleben - eine typische Farbkombination aus den Anfangs-Fünfzigern für diese Fahrzeuge - erfolgte. Innen wurde mit dem Pinsel gearbeitet, außen kam ein handelsüblicher Acryllack aus der Spraydose zum Einsatz.


Nach der Lackierung fand die übliche "Verchromung" mit Bare Metal Foil statt. Das Einkleben von Scheiben aus einfachem Klarsichtmaterial war als nächstes an der Reihe. Danach erfolgte die Endmontage, die nach diesem wirklich schwierigen Weg zum fertigen Modell richtige Glücksgefühle erzeugte.

Dank sauberer und gewissenhafter Vorarbeit passte alles und es gab keine Probleme mehr. Wenn von Anfang an klar gewesen wäre, welcher Aufwand hinter diesem Projekt stehen würde, hätte der Autor wahrscheinlich die Finger davon gelassen - aber nun ist er wirklich stolz auf dieses einzigartige Modell!


Fazit: Absolut nicht zu empfehlen für Anfänger! Wie bei allen Bauprojekten dienten Referenzbilder von Originalfahrzeugen aus dem Internet als Vorlage. Bei weiteren Recherchen ließen sich auch noch die Ursprünge des Modells ergründen: Es wurde von der Firma Jaymar aus Australien hergestellt, die sich ihrerseits eines Abgusses von Dean Milano aus den USA bediente. Dieser hatte in den ´90er Jahren ca. 80 Resin Kopien vom 1950er Buick verkauft, worauf die Form leider aufgebraucht war. Nach eigenen Aussagen war ein sogenanntes "Slushcast" Promo (Aluguss- Metallmodell) aus den ´50ern die Ausgangsbasis für sein Master - soviel zur bewegten Historie dieses 1950er Buick Modells!

Text, Modell und Bilder: Oliver Löbert, Ansbach

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