1977 AMC Matador X Coupe

1977 AMC Matador X Coupe, AMT, Maßstab 1:25


„Take Me To The Matador“


Wer an AMC in den 70er Jahren denkt, dem fallen automatisch solche Skurilitäten wie z.B. Pacer und vor allem Gremlin ein.
Doch AMC bot in dieser Zeit auch „richtige“ Autos an, nämlich den Hornet und als größeres Modell den Matador. Gebaut von 1971 bis 1978, angeboten zuerst als Limousine und Station Wagon. Als Motoren standen zwei Reihensechser und zwei V8 mit Leistungen zwischen 88 und 129 bhp zur Auswahl.
Von 1974 bis 1978 wurde die Matador-Serie zusätzlich durch ein Coupe ergänzt. Dieses Fließheck- Coupe hatte ein völlig anderes Design als der Rest der Baureihe: Das aerodynamisch gestylte Aussehen wurde durch ein kurzes Fließheck, welches ein wenig an den Ford Capri II oder Opel Kadett B Coupe erinnert, und eine sehr lange Motorhaube erzielt. Im Heck dominierten je zwei runde Rücklichter, während die Frontpartie das eigentliche Sahnestück war.

Gezeichnet durch einen schmalen Kühlergrill und an die obere Kante gesetzte Einzelscheinwerfer, wirkte das Auto sehr elegant und unverwechselbar.

In den ersten Jahren verkaufte sich gerade das Coupe sehr gut, später jedoch ließen die Verkaufszahlen dann doch nach, was die Herren bei AMC dazu bewegte, vom Coupe Sondermodelle aufzulegen. Als Erstes erschien die sogenannte Oleg Cassini-Edition, die es beim Coupe nur als schwarz, kupfer oder weiß lackierte Fahrzeuge gab. Erkennbar auch durch ein Vinyldach und kupfer-lackierte Zierteile an Front und Heck.


Für 1977 und 1978 wurde dann das Sondermodell „Barcelona“ angeboten, mit dick gepolstertem Landau-Lederdach, Zweifarb-Lackierungen und Opera-Windows in der C-Säule.


Berühmt wurde das Auto aber im James-Bond-Film „Der Mann mit dem goldenen Colt“ von 1974, in dem es Christopher Lee alias Scaramanga als Fluchtauto diente. Jedem Bond-Fan ist die Scene im Gedächtnis, in der sich das Auto in ein Flugzeug verwandelt und sich der Bösewicht duch die Luft verkrümelt


Das hier gezeigte Modell ist das Coupe aus dem Jahr 1977. 1976 und ´77 erschien das Coupe als Plastik-Bausatz von AMT. Das Modell ist ein original „annual“ Kit von 1977 und war vor ca. 10 Jahren bereits eine Rarität und dürfte heute noch seltener sein. Damals wurde das Auto von mir völlig „stock“ aus der Schachtel gebaut.



Vor der Lackierung musste zuerst die riesige Motorhaube wieder gerade gebogen werden. Vor allem bei so großen, glattflächigen Bauteilen besteht immer die Gefahr, dass sich die Teile im Laufe der Jahrzehnte verformen.
Die Haube konnte aber durch die „Kneippkur“ gerettet werden: Das verformte Teil in heißes Wasser legen. Durch die Wärme lässt sich das erweichte Teil sehr gut in die gewünschte Form biegen, um dann, in dieser Position gehalten, unter kaltem Wasser abgeschreckt zu werden. So behält das Teil seine neue Form und kann verbaut werden.


Lackiert wurde das Modell in einem hellen Beige mit Autolacken aus der Dose, innen mit Modellbaufarben blau bemalt, die Holzapplikationen mit brauner Farbe hervorgehoben.


Das größte Problem bei dem Kit waren die schwarzen Streifen entlang der Flanken und auf der Haube, die die so genannte „X“-Version aufweist. Als Decals dem Kit beigelegt aber logischerweise auch schon mehrere Jahrzehnte alt, konnten diese Abziehbilder nur noch zentimeterweise vom Trägerfilm abgelöst werden und mussten dann, als lustiges Puzzle, auf der Karosserie wieder zusammen gefügt werden. An einigen Stellen – gerade an den Rundungen im Heckbereich – konnten die Streifen nicht mehr gerettet werden. Dort musste ich mit einem kleinen Pinsel und schwarzer Modellfarbe ausbessern, was man leider auch sieht.


Ansonsten hat das Bauen dieses Modells sehr viel Spaß gemacht und stellt ein ganz besonderes Highlight meiner Sammlung dar. Gerade durch das etwas „glupschäugige“ Gesicht, sticht das AMC Matador Coupe aus dem sonstigen 70er Jahre Design heraus. Und auch deshalb, weil AMC Modelle leider recht dünn gesät sind.
Es muss nicht immer GM, Ford oder Chrysler sein....!



Modell, Text und Bilder: Robert Eiber, Feucht bei Nürnberg

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