1955 Buick Century

1955 Buick Century Estate Wagon

R+R Resin-Kit, Maßstab 1:25

 

Der Jahrhundert-Buick

„Century“ - Die Herren bei Buick mussten in den 50ern schon ein sehr ausgeprägtes Selbstbewusstsein gehabt haben, um eine ganze Modellreihe tatsächlich Century zu taufen.

Man stelle sich mal vor, ein deutscher Hersteller würde heute seine Autos „Jahrhundert“ nennen, man würde ihn für bescheuert halten und die Autos wären wohl unverkäuflich.

Damals hat es aber funktioniert, der Modellname Century hielt sich bis 1958 im Programm, wurde sogar 1973 wiederbelebt und verkaufte sich ausgezeichnet.

 

1955 hatte Buick insgesamt vier Modellreihen im Angebot: Special, Super, Century und

Roadmaster, der sich mit dem Super den längeren Radstand teilte.

Station Wagons gab es jeweils einen in der Special- und Century-Reihe. Da jedoch Buick schon sehr nahe bei Cadillac stand und man in dieser Preisklasse nicht unbedingt einen Kombi kaufte, wurden von dem hier gezeigten Century Estate Wagon nur rund 4000 Stück verkauft.


Der Bausatz stammt, wie bei vielen meiner Station-Wagons, von R+R und ist in Resin gegossen.

Über die Qualität von R+R-Kits will ich mich nicht schon wieder ausheulen – es war alles wie gewohnt...


Da man bei Buick in den Jahren 1955 und ´56 neben den üblichen Zweifarblackierungen auch die Wahl zwischen drei verschiedenen Dreifarblackierungen hatte, mussten natürlich hier auch drei Farben drauf!

Zur Wahl standen: Weiß – hellgrün – dunkelgrün, weiß – hellblau – dunkelblau (hi Oli!) oder schwarz – korallrot – elfenbein.

Ich habe mich für die letzte Variante entschieden, da der Kontrast der drei Farben am größten ist.

Die drei verschiedenen Lackdosen waren fast so teuer wieder Kit selbst...


Die Lackierung und Verchromung der Zierteile mit Folie ging erstaunlich problemlos über die Bühne, was mich jedoch bei R+R immer zur Weißglut bringt, sind die Frontscheiben.

Dem Kit lagen sogar zwei Frontscheiben bei, von denen eine fast und die andere gar nicht passte. Ich habe mich für den Einbau der fast passenden Scheibe entschieden, die ich auch mit viel Geschimpfe und sanfter Gewalt endlich im Scheibenrahmen hatte.

Dummerweise habe ich dann mit einem meiner leimverschmierten Finger, die schon eingebaute Scheibe ruiniert. Also wieder raus damit!

Die zweite Scheibe war ja nicht zu gebrauchen, also habe ich mir aus dünnem, durchsichtigem Plastiksheet selber eine gefertigt.

Dann zweiter Versuch, bei dem ich am oberen Rand zu viel Klebstoff verwendet habe, den es mir beim Einpassen auf die Scheibe drückte! Auch die Biegungen der Scheibe selbst waren etwas trübe, also wieder weg mit dem Teil. Da durch das ständige rein und raus der Scheiben auch der Chrom am Scheibenrahmen in Mitleidenschaft geraten ist, durfte ich vor dem Einbau der dann dritten Scheibe, erst mal den Rahmen neu verchromen.

Der dritte Versuch stammt aus einem ausgeschlachteten Revell-Kit vom 57er Ford Custom und passt so einigermaßen, fast, ein bisschen.

Das Interior benötigte auch etwas Zuwendung, so waren die Seitenteile total glatt, hier mussten mit dünnen Plastikstreifen die Zierleisten wenigsten angedeutet werden. Das Lenkrad stammt aus der Teilekiste, die Sitzflächen der Sitzbänke habe ich mit Polster-Decals von „Scale Motorsport“ etwas detailliert.

Das Bauteil selbst passte dann relativ gut in die Karosserie.


Die beiliegende Bodengruppe jedoch benötigte dann wieder ungleich mehr „Zuwendung“. Das, einer Panzerplatte gleichende Teil, war in sich total verdreht und konnte selbst mit dem „heißen Wasser-Trick“ nicht gerade gebogen werden. Deshalb habe ich das Teil in drei Teile zersägt und jedes Teil einzeln unter die Karosserie geklebt, damit alle vier Räder auch tatsächlich den Boden berühren.

Die Weißwandreifen stammen übrigens von Modelhaus.

Bilder vom fertigen Unterboden erspare ich uns lieber....


Auch wenn das Modell viel Ärger bereitet hat und auch einige Detailmängel aufweist, so ist es doch ein weiterer, seltener Baustein meiner langsam wachsenden Station-Wagon-Sammlung.

Jetzt habe ich aber erst mal mit Resin-Kits die Nase voll.

Doch so wie ich mich kenne, dauert dieser Zustand wohl nicht lange....

Modell, Bilder und Text: Robert Eiber, Feucht bei Nürnberg

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Axel (Montag, 20 Oktober 2014 10:35)

    wieder ein Klasse Station Wagon Modell aus der unerschöpflichen Fabrikation Eiber