1954 Ford Crestline Skyliner

1954 Ford Crestline Skyliner


Grüne Welt


R+R Resin-Kit, Maßstab 1:25

Als Ford die Modelle für den Jahrgang 1954 vorstellte, hatte man neben den üblichen Limousinen, Coupes und Kombis ein Modell im Programm, das eine völlig neue Stilblüte amerikanischen Einfallreichtums zu bieten hatte:

Der Skyliner mit durchsichtigem Plexiglasdach!


Bei diesem Modell war fast die gesamte vordere Dachhälfte aus durchsichtigem Plexiglas gefertigt, was den Insassen eine geniale Aussicht in den Himmel bot. Dafür hatte die Sonne den gleichen Einblick in das Innere des Autos und dessen Passagiere, was für nette Innenraumtemperaturen und eventuelle Sonnenbrände dünn Kopfhaut-behaarter Fahrer sorgte.

Das Dach wurde deshalb grün eingefärbt, um die ärgsten Sonnenstrahlen abzuhalten, für ganz Empfindliche gab es auch einen unterziehbaren Sonnenrollo zu kaufen.

Ein weiterer, cooler Nebeneffekt des grünen Daches war, dass bei Sonnenlicht der ganze Innenraum in grünes Licht getaucht war – sah genial aus!


Die Dächer wurden bei Ford und Mercury (dort hießen die Modelle „Sun Valley“) bis 1956 beibehalten, ab 1957 hatte der Skyliner einen noch verrückteren Gag zu bieten, nämlich das elektrisch zusammenlegbare Stahldach, das im Kofferraum verschwand.

Gebaut wurde der 54 Skyliner 13344 mal, wobei zwei Motoren zur Auswahl standen: ein Reihensechser mit 115 bhp und ein V8 mit 130 Pferdchen.


Die Basis des gezeigten Modells ist ein Resin-Kit von R+R, wobei der Bausatz die Karosserie, das Interieur, die Gläser und den Grill beinhaltet, der Rest wie Fahrwerk, Motor und Stoßstangen stammen vom 53er Linberg-Kit.

Lackiert wurde das Modell mit handelsüblichen Lacken aus der Sprühdose, der Innenraum dreifarbig mit Modellbaufarben bemalt.


Die R+R- und Lindberg-Teile passten wider Erwarten relativ gut zueinander, wobei die Betonung auf dem Wort „relativ“ liegt. Wer die R+R-Kits kennt weiß, dass es hier immer etwas zum Schnitzen und Schummeln gibt, gerade was die Hochzeit mit dem Fahrwerk und der Karosserie angeht.


Zwei Hürden bietet der Kit aber dennoch: Zum Ersten das Einfärben des Glasdaches.

Heute würde ich das mit grüner D-C-Fix Folie erledigen (siehe Bericht 56 Ford), damals konnte ich mir nur so helfen, dass ich das Dach mit transparentem Sprühlack aus dem Baumarkt von Innen in mehreren Gängen dünn lackiert habe.

Doch Vorsicht:

Diese Lackierung funktioniert nur bei den tiefgezogenen Klarsichtteilen, die den Resin-Kits beiliegen. Bei Kunststoffscheiben aus den normalen Plastikkits niemals mit Lack arbeiten, da der Kunststoff mit dem Lack reagiert und sofort blind wird. Hier also mit Folie arbeiten.


Das zweite Problemchen war die Bearbeitung des Kühlergrills. Da das bereits verchromte Teil von, ich sag mal „rustikaler Machart“ war, musste von der Rückseite her mit dem Dremel gaaaanz vorsichtig ungefähr 4mm Material weggenommen werden, um die waagerechte Spange und den oberen Chrombogen freizulegen. Hier galt es den empfindlichen Chrom nicht zu beschädigen, außerdem ist das Resin sehr druckempfindlich und bricht sehr gerne.

Wie durch ein Wunder hat es aber geklappt und der Grill konnte unbeschädigt der Karosserie angepasst werden.


Auch wenn ich mich wiederhole: Gerade die Resin-Kits und deren Umbauten bieten eine sehr große Vielfalt unbekannter und sonst nicht erhältlicher Modelle. Schon deshalb sollte man keine Angst vor diesen Sachen haben, es rentiert sich wirklich!

Und es gibt kein Problem, das sich nicht lösen lässt!

Modell, Bilder und Text: Robert Eiber, Feucht bei Nürnberg

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