1970 Buick GSX

1970 Buick GSX


Monogram, Maßstab 1:24


„It´s still a Buick!“

Doch, Ihr habt schon richtig gelesen: Das ist ein Buick!

Die GM-Marke Buick war schon immer für ihre luxuriösen Fahrzeuge bekannt, da sich Buick sehr stark an der großen Konzernschwester Cadillac orientierte. So wurden große, schwere, sehr gut ausgestattete und leistungsstarke Fahrzeuge angeboten, die vom Kunden sehr gut angenommen wurden. So ging auch die aufkommende Muscle-Car-Mode Mitte der 60er Jahre zunächst noch an Buick vorbei.

Doch nur zunächst, denn mit dem Mittelklassemodell Skylark bot sich eine hervorragende Basis an, vielleicht doch bei den Muscle-Cars einzusteigen.

So erschien 1967 der Gran Sport GS400, der mit 340 bhp schon ordentlich Dampf unter der Haube hatte, trotzdem aber sehr auf Luxus ausgerichtet war und sich deshalb in der Muscle-Car Szene noch schwer tat.

Dies änderte sich 1970 schlagartig: In dem Jahr erschien der GS455, der mit den Stage I und II – Optionen bis zu 360 bhp lieferte.

Und nicht vergessen: Es ist immer noch ein Buick!

Als Sahnehäubchen schoben die Buick-Manager dann noch den limitierten GSX hinterher. Der eigentlich schon starke GS erhielt Modifikationen an Fahrwerk und Getriebe, dazu einen Drehzahlmesser auf der Motorhaube, Front- und Heckspoiler und eine Kriegsbemalung, die auffälliger kaum hätte sein können. Erhältlich waren gelb oder weiß mit schwarz-roten Streifen, oder schwarz mit gelb-roten Streifen.

Doch schon ´71 war der Spuk vorbei, Buick produzierte wieder kreuzbrave Autos.


Der Bausatz zu dem Modell stammt von Monogram und wurde 1989 zum ersten mal aufgelegt.

Bereits die meisten Teile in dem Kit sind schon in einem dunklen Gelb gegossen, so dass Ungeübte das Auto auch ohne Lackierung bauen könnten.

Ich habe das Auto natürlich schon lackiert, nämlich in einem ebenfalls dunkleren Gelb aus der Sprühdose von Multona mit der Nummer 0240. Hier ist es wichtig, den richtigen Ton zu treffen, da der schmale Streifen auf der Haube ein gelbes Decal ist und man den Lack danach ausrichten sollte.

Die schwarze Fläche auf der Haube ist mattschwarz auflackiert. Für die links und rechts daneben laufenden, roten Streifen liegen dem Kit ebenfalls Decals bei, die einen kleinen schwarzen Bereich beinhalten, so dass das Ganze recht gerade verlaufen sollte. Was gut gemeint ist, funktioniert aber nicht so richtig, da die schwarze Decal-Fläche stärker glänzt als der matte Lack. Also habe ich den dünnen roten Streifen von Decal abgetrennt und neben der schwarzen Fläche aufgeklebt.

Das war eine heikle Arbeit, die aber doch ganz gut geklappt hat.


Nach der üblichen Polierprozedur wurden meine Lieblingsteile, auf die ich mich immer bei jedem Kit freue, eingesetzt: Die Scheiben!

Wie immer, so auch hier, war wieder der Einsatz von Wäscheklammern zum fixieren der Scheiben in der Karosserie nötig, da es nicht so richtig zusammenpasste.

Nachdem ich diese Hürde mit viel Geschimpfe und Gezeter hinter mich gebracht hatte, wurden die wenigen Chromleistchen mit Folie belegt.

Der Innenraum wurde komplett schwarz bemalt, die Armaturen und Griffe in den Türen ebenfalls mit Folie dargestellt. Der Teppich und die Hutablage habe ich mit Viscose-Flocken bestäubt. Hier passte alles hervorragend.

Auch das Fahrwerk gab kaum Anlass zur Sorge, sieht man einmal von einer etwas zu langen

Kardanwelle ab.

Ebenfalls der Motor und dessen Anbauteile passten gut zusammen.

Richtig, ich habe tatsächlich mal einen kompletten Motor in ein Modell gesetzt. Und auch die Haube ist nicht zugeklebt! Ich finde, bei einem Muscle-Car sollte die Maschine schon zu sehen sein.

Und die Hochzeit von Fahrwerk und Karosse gelang auf Anhieb ohne Probleme.


Zum Schluss wurden die Decals aufgeklebt. Hier sollte man unbedingt an den Streifen entlang das überstehende Decal-Material abschneiden, da das sonst auf dem Lack matt glänzt. Die Abziehbilder sind eh´ mit Samthandschuhen anzufassen, da sie sehr leicht reißen oder an manchen Stellen nicht richtig haften, bei mir z.B. auf dem Heckspoiler.


Kleiner Tipp noch zur Frontmaske: Da beim GSX der Bereich um die Scheinwerfer in Wagenfarbe lackiert ist, muss auch beim Modell der Bereich mit dem Autolack bemalt werden. Hier sind aber unbedingt zuerst die Scheinwerfergläser einzukleben und dann die Farbe aufzutragen. Ich hab´s natürlich andersherum gemacht, mit dem Ergebnis, dass der Kleber die Farbe etwas angelöst hat und ein Scheinwerfer jetzt etwas gelblich in die Welt schaut.


Der Mongram-Kit ist ein Musterbeispiel an Passgenauigkeit und bietet ein tolles Modell eines sehr ungewöhnlichen Fahrzeugs der Muscle-Car-Ära.

Denn Ihr wisst ja – it´s still a Buick!

Modell, Text und Bilder: Robert Eiber, Feucht bei Nürnberg

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