1958 Chevrolet Impala

1958 Chevrolet Impala

 

Als alles anfing...

 

AMT, Maßstab 1:25

Sagt mal, geht´s Euch genauso?

Habt Ihr auch so ein Lieblingsmodell, das eigentlich recht schlecht gebaut, irgendwo in zweiter Vitrinen-Reihe vor sich hin döst? Habt Ihr auch so ein Lieblingsmodell, von dem Ihr euch um nichts auf der Welt trennen wollt? Und habt Ihr auch so ein Lieblingsmodell, das Euch schon die ganze „Modellbaukarriere“ begleitet und das schon immer dazu gehört?

So ein Fall ist in meinem Fall der 58er Chevy Impala von AMT.

Dieser Kit war Anfang der 1980er Jahre eines der ersten AMT-Modelle, die für mich erhältlich waren. Damals in der dunkelgrünen Abbildung auf der Schachtel.


Also wurde das Modell damals auch sofort gebaut, völlig unvorbehandelt zusammengeklebt und in pink mit weißem Dach bemalt.

Dieses Auto war ab sofort mein Liebling – diese Formen waren (und sind) absolut begeisternd! Es hat dann nicht lange gedauert, bis ich mich an meinen ersten Umbau gewagt habe.

Und dreimal dürft Ihr raten, welches Modell der Favorit war. Richtig! Das 58er Chevy Coupe sollte zum Cabrio mutieren.

Also fix das Dach abgesäbelt, dunkelblau und beige bemalt, die Verdeck-Persenning durch ein in Form geschnittenes Stück Papier ergänzt und neben das Coupe in die Vitrine gestellt.

Der Hammer! Wahnsinn! Zwei dieser Schönheiten nebeneinander – und das in meiner Vitrine. Ich weiß nicht, wie oft ich mit großen Augen und verzücktem Grinsen die beiden Modelle von allen Seiten betrachtete.

Doch wie so oft, irgendwann hat man sich an allem satt gesehen, weshalb ich mich nach ein paar Jahren dazu entschloss, beide umzulackieren. So wurde das Coupe gelb mit weißem Dach und das Cabrio pink bemalt. Und in diesem Zustand überdauerten die beiden Grazien die nächsten knapp 30 Jahre.

 

Bis dann 2017 Reinhold mir sein schwarzes Revell-Cabrio um die Ohren haute.

Ich war (bin) dermaßen begeistert, dass ich beschloss, meine beiden Chevys von Grund auf neu zu restaurieren.


Aus irgendwelchen sentimentalen Gründen habe ich es aber nicht über´s Herz gebracht, die beiden Weggefährten komplett zu ersetzen, also habe ich beide so weit es ging zerlegt und alles Brauchbare aufgehoben und an den „neuen“ Modellen wieder verbaut.

Lediglich die recht unansehnlichen Karosserien wurden komplett ersetzt, ebenso die unrettbaren Scheiben.

Das Coupe wurde wieder gelb-weiß lackiert, diesmal jedoch mit Autolacken von Multona.


 

Das Interieur wurde wieder in der alten Farbgebung, nämlich türkis mit weiß-grau-blau gestreiften Sitzen, bemalt


Der komplette Unterboden mit Motor, Fahrwerk und Rädern stammt ja noch vom Urmodell und wurde, wie die Chromteile auch, wieder an das neue Modell verbaut.

Ergänzt wurden lediglich die beiden Spiegel aus der Wühlkiste und die beiden Auspuffrohre, die aus dem Elektrozubehör stammen.


Dass an dem uralten AMT-Modell die zu öffnenden Türen nie richtig passen, muss man akzeptieren. Trotzdem steht dieser alte Bausatz dem neuen Revell-Kit in nichts nach.

Jetzt war schon mal eines meiner alten Schätzchen wieder auf Vordermann gebracht!

Gleich anschließend ging es daran, das Cabrio so herzurichten, wie es meinen bescheidenen Ansprüchen genügen sollte.

Dass mich diese Restaurierung fast verzweifeln ließ, ahnte ich da noch nicht...

Auch hier wurde wieder von alten Modell gerettet, was gerettet und gebraucht werden konnte. Wie beim Coupe, war auch beim Cabrio die Karosserie noch mehr ein Fall für die Teilekiste und wurde durch eine „frische“ ersetzt.

Also als erster Arbeitsschritt das Dach abgetrennt, diesmal aber mit mehr Gefühl als damals, wo mir der obere Scheibenrahmen zerbrach und einfach mit viel Kleber geflickt wurde.


Optisch sollte ja das neue Modell so nah wie möglich am alten Modell sein, ich hab mich aber doch gegen eine pinke Lackierung entscheiden.

Wobei das jetzt verwendete „Flieder-Metallic“ von VW in die ähnliche Richtung geht.

Diese Farbe musste es unbedingt sein, also habe ich den Lack über´s Internet gekauft, verarbeitet und damit fast alles ruiniert, da der sehr aggressive Lack sich partou nicht mit dem sehr weichen Kunststoff vertragen wollte. Die Oberfläche sah aus wie 600er Schleifpapier.

Was jetzt? Ablaugen und neu lackieren, mit der Gefahr, dass es noch schlimmer wird? Oder alles anschleifen und nochmal drüberlackieren?

Ich habe mich für die zweite Alternative entschieden, was zu einem halbwegs zufriedenstellenden Ergebnis führte.



Das Interieur wurde mit der gleichen Farbe lackiert, die Streifen der Sitzflächen weiß-schwarz-lila mit dem Pinsel hingezittert. Den Boden habe ich mit lila Viscoseflocken belegt – ein sehr farbenfrohes Ergebnis!


Nachdem auch hier das Fahrwerk und der Chrom vom Altmodell verbaut waren, ging es darum, die Verdeckpersenning nicht wieder durch einen Papierschnipsel darzustellen.

Verwendet habe ich ein furchtbar verzogenes und völlig unförmiges Resinteil von R&R, welches erst durch tagelanges Feilen, Schleifen, Spachteln und Biegen soweit hergestellt war, dass es, ebenfalls in Flieder-Metallic lackiert, verbaut werden konnte. 


Jetzt sind meine beiden „alten“ Schätzchen endlich in dem Zustand, in dem ich sie schon vor 30 Jahren gerne gehabt hätte.

Und welch ein Wunder, es hat sich bereits Nachwuchs angekündigt! Nämlich in Form eines Yeoman Station Wagons, der gerade auf meinem Bastelltisch seiner Vollendung entgegenfiebert.

 

Zeit wird’s aber auch – nach über 30 Jahren!


Modelle (gelb und lila), Text und Bilder: Robert Eiber, Feucht bei Nürnberg

Schwarzes Modell: Reinhold Schmidt, Fürth

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Kommentare: 4
  • #1

    Günther (Sonntag, 25 März 2018 13:15)

    Was lange währt (mindestens 30 Jährchen) wird ganz besonders gut! Sieht man an uns, an Whiskey, an 58er Impalas von AMT und vielen anderen guten, schönen Sachen. Die Dinger haben den "will ich haben Effekt". Genieß sie die nächsten paar "30 Jahre" Perioden! Very good work! Ich bin schon sehr auf den Yeoman und den Custom gespannt

  • #2

    Reinhold (Montag, 26 März 2018 08:01)

    Willkommen im "58´er Impala Fanclub"! Freut mich, dass ich Dich inspirieren konnte, diese beiden wunderschönen Vertreter des American Livestyle zu generieren - und auch mein Tipp für die Außenfarbe vom Cabrio. Ich bewundere auch Dein Durchhaltevermögen, ein Modell in mehreren Varianten nacheinander zu bauen, ohne die Lust zu verlieren. Wie Günther schon anmerkte, bin auch ich schon auf den Yeoman SW und den kommenden Custom gespannt - soll ja eine recht wilde Version werden...

  • #3

    Gerhard (Dienstag, 27 März 2018 20:38)

    Ich durfte heute die beiden Imps live auf meinem Esszimmertisch bewundern und kann nur sagen, dass die (sehr guten!) Bilder in Roberts Bericht den Eindruck der echten Modelle nur eingeschränkt wiedergeben. Es war schon immer Roberts Stärke, stimmige Farbkombinationen auszuwählen, aber mit diesen beiden Meisterwerken hat er sich fast selbst übertroffen! Auch das, was man vom Yeoman jetzt schon sehen kann, vermag zu begeistern und einen kleinen Vorgeschmack auf den kommenden ´58 Impala Custom habe ich auch schon bekommen - zieht Euch warm an , Freunde!!!

  • #4

    rainer (Mittwoch, 28 März 2018 15:31)

    Ja, auch ich zieh mich warm an.
    eines meiner ersten Modelle war auch ein 58er Impala, klar !