1970 Plymouth GTX

1970 Plymouth GTX

 

Moulin Rouge

 

 

Monogram, Maßstab 1:24

Einfach herrlich: Ein Modell ohne Zicken, ohne Macken und Probleme, die man erst

wochenlang ausbügeln muss, bevor man überhaupt mit dem Bauen anfangen kann.

Auspacken, lackieren, zusammenbauen – fertig. Genial!

Wobei der Monogram GTX ja schon ein alter Bekannter ist, der mich bereits seit Anfang der 1980er Jahre begleitet. Der Bausatz stammt aus dem Jahr 1982, also auch schon fast 40 Jahre alt.

 

Ich hatte ihn auch schon irgendwann mal in den 80ern gebaut, in der Zeit, als ich in einem Monat mindestens zwei fertige Modelle auf die Räder stellte. Grob lackiert, den Chrom noch mit Silberfarbe hingepinselt – so steht er in der Vitrine. Und soll es auch bleiben, als Erinnerung an meine Anfänge und auch an Zeiten, in denen man auch mit viel schlechteren Ergebnissen glücklich und zufrieden war.


 

 

 

 

Es wurde bei mir mal wieder höchste Zeit für ein reines Muscle-Car und da ich ein großer Fan der 1:24er Mongram-Kits aus den 80ern bin, musste es ein Modell aus dieser Reihe sein. Entweder den 70er GTX oder seinen Zwillingsbruder Roadrunner, wobei ich mich dann doch für den etwas luxuriöseren GTX entschieden habe. Der Roadrunner hat etwas weniger Lametta und ist auch einfacher ausgestattet – das echtere Muscle-Car von beiden.


Wer sich jetzt über die Wahl der Farbe wundert oder meint, ich habe mich farblich im Jahrzehnt geirrt oder glaubt, ich spinne einfach darf beruhigt sein. Alles gut – die Farbe hat´s tatsächlich für das Auto gegeben.

In der Hochzeit der Muscle-Car-Ära, also 1968 – 70, glaubten die Chrysler-Herren, die junge Kundschaft mit wilden Farben ködern zu können. So gab es für die die Midsize und Compacts von Dodge und Plymouth wunderschöne, grelle Lacke, mit nicht weniger grellen Namen:

„Plum Crazy, In Violet, Limelight, Vitamin C, Lemon Twist, Go Mango, usw.

Und dann natürlich die abgedrehteste Farbe von allen: „Moulin Rouge“, bei Dodge hieß die gleiche Farbe „Panther Pink“

Ich bin dann bei der Internet-Recherche nach originalen Fotos auf ein Fahrzeug gestoßen, das mich sofort begeisterte: Ein 70er GTX in eben diesem Moulin Rouge, mit weißem Vinyldach, schwarzen Streifen auf der Haube und weißen Streifen an den Flanken. So wollte ich meinen auch haben!

 

 

Also fix die Farbe aus dem Autozubehör besorgt (Motip), die wenigen Kanten und Grate abgeschliffen und grundiert. Zum ersten mal...

Das einzige Manko der Monogram-Kits aus den 80ern ist, dass sie in farbigem Plastik gegossen sind. So ist der GTX z.B. in einem hellen Grün gegossen, was das Grundieren und Lackieren manchmal zur Glücksache werden lässt. Natürlich war mein Modell nach der ersten Grundierungsdusche nicht weiß, sondern grau-grün. Also nochmal grundieren, zum zweiten mal...

Ja, schon besser! Aber immer noch nicht reinweiß, also nochmal grundiert, zum dritten mal..

Jetzt war´s gut, also Dach abkleben und Pink drauf! Zum ersten mal...

Nun ist es ja so, dass das alte 80er Jahre Plastik sehr weich ist und auf Lacke aller Art recht heftig reagiert. So auch bei mir, die Oberfläche hatte den Glanz von 600er Schleifpapier. Also alles mit 1000er Schleifpapier nass angeschliffen und nochmal lackiert. Zum zweiten mal...

Und? Genau! Nass angeschliffen und lackiert. Zum dritten mal...

Jetzt war ich zufrieden, so dass die schwarzen Streifen auf der Haube auflackiert werden konnten. Die Ränder habe ich mit BMF abgeklebt, lackiert mit Seidenmatt-Lack aus dem Baumarkt.

 

Anschließend wurde noch das Vinyldach in der schon öfters beschriebenen Prozedur auflackiert, und fertig war der Body.



Nachdem der Chrom mit BMF soweit war, wurden die vorher polierten Scheiben eingeklebt. Welch ein Wunder! Keine Probleme mit der Passung oder falschen Größen oder was mir sonst schon so alles mit den Scheiben passiert ist. Die passten einfach so! Unglaublich, dass es sowas noch gibt...


Das Interieur ist in klassischem schwarz-weiß gehalten, wobei der auch hier grüne Kunststoff mehrmals grundiert werden musste (richtig, drei mal), die weißen Flachen sind, ebenso wie das Dach, mit Seidenmattweiß aus dem Baumarkt lackiert, das schwarz und die braunen Holzteile sind mit Modellbaufarben bemalt. Der Boden noch schwarz beflockt und fertig war das Innenleben.

Unnötig zu erwähnen, dass das Interieur perfekt unter den Body passte...

 


Auch das Fahrwerk, der Unterboden, der Motor und die Bereifung passten perfekt zueinander und konnten ohne weitere Veränderung unter das Modell geklebt werden.

 

 

Zwei kleine Kritikpunkte gab es aber dann doch:

 

Zum einen ist der Chrom an den Stoßstangen nicht der beste, an der vorderen habe ich einige Stellen mit BMF ausbessern müssen.


Zum zweiten sind bei den Decals gelbe Seitenstreifen dabei, die zwar zu dem grünen Plastik gepasst hätten, aber nicht zu meinem pinken Modell, das mussten weiße drauf.

Zu meiner großen Freude (noch) hatte ich einen Satz Fred Cady Decals mit weißen und schwarzen GTX-Seitenstreifen zu Hause. Die waren zwar etwas zu breit, aber besser als nix.

Leider haben sich diese Decals im Wasserbad in Atom-kleine Teile aufgelöst, war also nichts mit Streifen...

Ich habe mir dann mit Streifendecals von „Interdecal“ beholfen. Pro Seite zwei Streifen in 1mm Breite übereinander angebracht, sehen sie fast aus wie die originalen.

Ich weiß, zwischen den beiden breiten Streifen gehört eigentlich noch ein ganz feiner Streifen dazwischen, in meinem Fall wäre das einer mit 0,25mm Breite gewesen.

Ich hab´s versucht – vergiss es! Schaut auch so realistisch aus, Nietenzähler mögen mir verzeihen!

 

 


Es ist also mal wieder ein Modell mit sehr wenig Aufwand entstanden, von dem ich weiß, dass es für sehr lange Zeit zu meinen Lieblingen gehören wird.

Es sind oft die einfachen Dinge, die glücklich machen: Ein perfekter Bausatz mit maximal 50-60 Teilen, die perfekt passen. Deshalb liebe ich die Kits aus den 80ern von Monogram, Jo-Han oder AMT, die oft noch weiger Teile beinhalteten.

Es müssen keine 150 Teile pro Kit sein, die nie alle perfekt passen und die hinterher kein Mensch mehr sieht. Vielleicht kommt ja sowas mal wieder auf den Markt.

Bis dahin habe ich aber noch meine alten 1:24er: 69 Super Bee, 70 Roadrunner, 70 Challenger, 68 und 69 GTO, 71 Satellite usw...

 

 

Modelle, Text und Bilder: Robert Eiber, Feucht bei Nürnberg

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Kommentare: 4
  • #1

    Oliver Löbert (Donnerstag, 30 Januar 2020 17:01)

    Ein entspannter Bericht und ein sehr beliebtes und bekanntes Modell. Ganz im Gegenteil zu dem was nun als nächstes folgt. Hoffentlich kündiigt mir Robert nicht die Freundschaft wegen dem Bauvorschlag....grins!

  • #2

    ChV (Donnerstag, 30 Januar 2020 22:23)

    Da waren die 70er noch in Ordnung, bevor dann ab 73 die Endzeitphobien und das Downsizing angefangen haben.
    Auch wenn ich kein Rosa-Fan bin, ein schönes Modell von einem schönen Auto, einfach super.
    Baue gerade den zweiten meines Jo-Han Plymouth-Duos (Stockcar Racer und A/FX Dragster). Die einfachen, alten Bausätze sind schon gut, ein bisserl mehr Fahrwerk würde Jo-Han gutun, und meinem eine Windschutzscheibe, die nicht nach 40 Jahren Lagerung einen Bruch hat, kriege ich auch noch hin, wie die zerbröselnden Decals.
    Bin schon auf den so freundschaftsgefähredenden Bauvorschlag gespannt, nur weiter so, wird neidlos bewundert.
    Herzliche Grüße, Christian

  • #3

    Reinhold (Freitag, 31 Januar 2020 07:55)

    Da hast Du also Deine schon vor längerem gemachte Ankündigung wahr gemacht und ein rosa Rennschweinchen auf die Pneus gestellt. Sicher nicht jedermanns Geschmack, aber mir gefällt so was! Der 70´Dodge Super Bee wär auch so ein Kandidat; durch seine rundliche Form sähe der in rosa noch mehr wie ein kleines Schweinchen aus (merk ich mir mal vor). Schön, dass Du wie ich die Abwechslung liebst und auch mal Modelle baust, die nicht unbedingt den Status der extremen Exklusivität inne haben und trotzdem ein absoluter Hingucker sind. Mach ruhig weiter so und lass ab und zu mal so was entstehen, meinem Segen hast dazu!

  • #4

    Gerhard (Samstag, 01 Februar 2020 00:10)

    Robert macht also Urlaub vom Custom- und Resin-Stress und haut so ganz nebenbei ein grenzgeniales Muscle Car in einer zwar gewagten, aber doch extrem attraktiven Farbgebung raus! Aber jetzt ist erst mal Schluss mit der Erholung und Du darfst Dich wieder mit all den schönen Gemeinheiten, die so ein Resin-Monster in petto hat, quälen! Ich bin mir aber sicher, dass Dein nächstes Objekt alle Mühen wert ist!!!