1966 Cadillac Ambulance & Hearse

1966 Cadillac Ambulance & Hearse

 

Heavenly Hearse

 

Jo Han, Maßstab 1:25

Ein wenig Licht ins Dunkel der Vergangenheit soll die heutige Betrachtung über ein kleines Kapitel aus JoHan`s Bausatzgeschichte bringen.

Es geht um den 66er Cadillac.

Genauer um die Stations auf dem langen Commercial Chassis. Alle basieren auf den 66er Annuals, dem Convertible und dem De Ville Coupe. Bis zur A-Säule sind alle vier identisch mit den beiden. Sie erschienen einige Zeit nach den Erstauflagen. 

Leider besitze ich weder das Cabrio noch das Coupe mit  Schachtel in gebauter Form. So habe ich mich für Fotos der beiden an die einzige Person gewendet, die garantiert alles

bezüglich Annuals weiß und hat, und die Bilder auch brav aus dem Ärmel geschüttelt hat. Was er nicht besitzt, hat es auch nie gegeben.

 

Wir wissen Alle, wer hier gemeint ist !


Als erstes wäre hier die Fire Rescue Ambulance zu nennen, ein serienmäßiger Krankenwagen, hier meisterhaft gebaut vom Robert. Zum Bausatzumfang gehört auch eine fahrbare

Krankenbahre, die infolge einer zu öffnenden Hecktüre auch im Fahrzeug verstaut werden kann.


Davon gab es auch eine zweimotorige Dragsterversion, die "Roaring Rambulance". Ein wahrhaft heißes Eisen. das nur in der begehrten Flachschachtel zu kriegen war.

Heute seltener als Sternenstaub. Meiner war ich etliche Jahre auf der Fährte, bevor ich Sie endlich von der "Abschussliste" streichen konnte. Heutzutage glaube ich nicht, dass es mir ein zweites mal gelingen würde eine zu kriegen. 


Auch der Leichenwagen, eine "Miller Meteor Hearse", wohnt in der Robertschen Collection.

Der Bausatz dazu heißt " Heavenly Hearse".  Er konnte als normaler Leichenwagen gebaut werden, oder als Wild Surf Sun and Fun Beach Party Machine.


Im Bausatz enthalten sind Surfbretter, Taucherflaschen, und für die abendliche Beachparty, zwei Grablaternen an der Seite der Hearse, um den Strand zu illuminieren.

Für die Surfbretter trägt Sie einen Dachgepäckträger.

Meine zieht noch einen Anhenker mit einem original Hemi Hydro Speedboot von Revell. Auf dem Roof Rack liegt neben den Surfbrettern noch ein Kanu. Das lag dem Pontiac Bonneville von AMT bei. 

Die Mädchen für die Party wurden bei Jimmy Flintstone und American Diorama engagiert.

Der " Go-Go-Wagon" für den " fastest last ride " ist wiederum eine " Heavenly Hearse", der mit einem Motor aus einer geschlachteten " Haulin Hearse" auf die Sprünge geholfen wurde. Sie wurde hinten höher gelegt und trägt Rennwalzen von einem Monogram "Beer Wagon".

Wie man auf den Bildern sehen kann, das ideale Arbeitsgerät für Herman Munster, der ja bekanntlich bei Gateman, Goodbury and Graves angestellt  ist und dessen Chef Mr. Gateman,  große Stücke auf ihn hält, da er "mit der teilweise sehr ruhigen Kundschaft einen pfleglichen Umgang hat und von diesen sehr geschätzt wird".


Die "Haulin Hearse" besitzt die selbe technische Basis wie die " rrrrrrrrrrroarin  Rrrrrrrambulance " .

Zwei Chrysler Hemis auf einem Kastenprofil Rahmen. Wobei der vordere die Vorderräder und der hintere die Hinterräder antreibt.

Ob es die auch in einer flachen Schachtel gab, weiß ich leider nicht genau, mir ist nur die höhere Box bekannt. Auf jeden Fall konnte man noch problemlos Haulin Hearse Kits bekommen, als ich  verzweifelt auf Roarin Rambulance  Jagd war.

Beim letzten Aufbäumen von JoHan wurden zwei Kits großzügig über die Welt verteilt. Das waren

der Olds 442 von 1970 und die Fire Rescue Ambulance. Von denen habe ich mir damals, im Rahmen meiner bescheidenen Möglichkeiten, jeweils einige Exemplare gesichert.

Das ist jetzt aber auch schon wieder mindestens zwanzig Jährchen her. Seither heißt es leider

" Rest in Peace "  JoHan!

Und die verbliebenen Bausätze werden leider mit der Zeit auch nicht billiger, oder einfacher

 

aufzutreiben.

Es ist immer wieder interessant im Dunkel der Bausatzgeschichte herumzustöbern und 

Querverbindungen und Zusammenhänge heraus zu finden, wie alles begann und warum

unser Hobby das schönste Hobby der Welt war, ist, und immer sein wird.

Günther Eberhardt, München

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Kommentare: 6
  • #1

    rainer (Sonntag, 11 Juni 2023 18:44)

    Da kann man nichts hinzufügen....
    JO-HAN in memoriam.
    Danke, lieber Günther, für diesen Beitrag !

  • #2

    Christian (Sonntag, 11 Juni 2023 19:35)

    Lieber Günther, wieder einmal eine exclusive Reise in die Modellgeschichte mit hochaktuellen Bauten. An Caddy Ambulance und Hearse (welche Abfolge…) von Jo-Han erinnere ich mich noch aus meiner Kindheit, beim Kober am Graben in Wien (traditionellstes Spielzeuggeschäft seit dem 19. Jhdt.. Habe mir damals das Coupé de Ville zugelegt und die Kombis umschlichen, nicht ganz verstehend, daß man sich solche Autos, die bei unerfreulichen Ereignissen gebraucht werden, in die Vitrine stellt. Den morbiden Humor der Rod and Custom Bewegung habe ich erst später verstanden. Und ausgediente Ambulanzen und Leichenwagen werden auch hierzulande öfter zu Campingmobilen und Motorradtransportern umgestaltet.
    Diese Bausätze gab es nur auf Bestellung und sie waren noch erheblich teurer als die schon nicht billigen Standard-Jo-Han.
    Jedenfalls Danke für diese von Dir wie immer generös customizte Jugenderinnerung. Lauter schöne und seltene Modelle.

  • #3

    Gerhard Hoffmann (Sonntag, 11 Juni 2023 19:42)

    Endlich bringt jemand, der es wirklich ganz genau wissen muss, Licht in´s Dunkel der verschiedenen Cadillac-Hearses und Ambulances! In so komprimierter und kompletter Form, unterlegt mit dem entsprechenden Bildmaterial dürfte dieses den meisten nahezu unbekannte Kapitel der Plastik-Geschichte noch nie abgehandelt worden sein - das gilt im übrigen für viele Storys auf dieser phantastischen Seite, bei denen es immer wieder Neues und Unbekanntes zu entdecken gibt. Wir alle wünschen uns noch viele solche Artikel aus dem unerschöpflichen Fundus und der kurzweiligen Feder von Günther - play it again, Sam!!!

  • #4

    Reinhold (Montag, 12 Juni 2023 16:22)

    Toller Beitrag über die JoHan SW´s vom 66´er Cadillac. Ist schon erstaunlich, was man aus ein und dem selben Bausatz alles herausholen kann. Als alter "Stock-ler" gefallen mir natürlich die beiden Caddys vom Robert am besten. Der Krankenwagen steht mir auch noch bevor. Für Limo und Cabrio kann man die - mittlerweile auch schon raren - Hasegawa Kits heran ziehen. Zumindest die Karosserie ist ja recht ok. Mit dem Hasegawa Interieur siehts halt recht mau aus!

  • #5

    Doc Martens (Dienstag, 13 Juni 2023 23:32)

    ...das schönste Hobby der Welt war, ist, und immer sein wird...Amen!!!

  • #6

    Beep...Beep (Samstag, 27 Juli 2024 10:49)

    Besten Dank an dich, für das Licht im Dunkel für die '66er Jo-Han Cadillacs. Als großer Fan der US-amerikanischen Beschleunigungsrennen sind der RRRROARIN RRRRAMBULANCE und HAULIN HEARSE meine bevorzugten '66er Cadillacs von Jo-Han. Einige von diesen sowie weitere Jo-Han(s) konnte ich in den späten 1980s in einem kleinen aber feinen Modellbaulädchen hier im Saarland für damals (noch) wenige deutsche Mark ergattern ... und "retten". Retten, da der Ladenbesitzer eher auf gepimpte 1:87 Modelle abgefahren ist und die großen Flächen der 1:25 Jo-Han Cadillacs als Lackierversuche herhalten mussten.

    @Günther: "...Ob es die auch in einer flachen Schachtel gab, weiß ich leider nicht genau,..." Ja, den HAULIN HEARSE gab es auch in der flachen Box, siehe hierzu den Eintrag auf scalemates. Viele Grüße.