1960 Cadillac Sixty Special

1960 Cadillac Fleetwood Sixty Special

 

Was nicht passt...

 

 

Unbekannter Resin-Kit, Maßstab 1:25

Was nicht passt, wird passend gemacht!

Dieses Motto hatten 1958/59 vielleicht auch die Herren bei Jo-Han im Hinterstübchen, als sie ihre Modelle des 1959/60er Cadillac produzierten und unter´s Volk warfen.

Da die Modelle in der richtigen Größe für die Schachteln in Einheitsgröße einfach zu groß waren, hat man am Heck einfach ein paar Millimeter weg gelassen, und schon passte wieder alles.

 

Ob´s tatsächlich so war, dass die Jo-Han 59/60 Caddies einfach zu kurz sind , weiß ich natürlich nicht. Vielleicht hat man sich ja auch nur verrechnet.

So auch das vorgestellte Resin-Modell unbekannter Herkunft, das den gleichen Makel aufweist und mit Sicherheit ein Abguss des alten Jo-Han Kits ist.

 

Über den Hersteller kann ich nur spekulieren, evtl. R&R aber sicher bin ich nicht.


Auf den ersten Blick ganz brauchbar, mit relativ dünnen Dachholmen und bereits geprägten Vinyldach.

Also ging´s los mit Grundieren und schon war wieder Feierabend. Trotz gründlicher Reinigung mit einigen chemischen Flüssigkeiten haben sich ausgerechnet am Dach wieder einige größere Fischaugen gebildet, das heißt, die Grundierung hat dort nicht haften können.

Normalerweise ist es dann so, dass sich solche Stellen relativ einfach durch mehrmaliges Anschleifen und dünnes Grundieren, beseitigen lassen.

Aber auf einem vorgeprägten Vinyldach ohne die Struktur zu zerstören? Unmöglich!

 

Also habe ich unter wildem Geschimpfe und mit dickem Hals das Vinyl komplett heruntergeschliffen, die Mäkel behoben und das Vinyl wieder frisch schwarz auflackiert.

 

 

 

Beim Lack habe ich mich für ein dunkleres Rotmetallic entschieden, überzogen mit 2K-Klarlack.


Dass die tiefgezogenen Scheiben, die dem Kit beilagen, nur „fast“ passten, ist ja bei diesen Dingern eigentlich schon normal und muss akzeptiert werden.

 

Die seitlichen Fensterchen wurden wieder mit Klarsicht-Material selbst hergestellt.

Innen habe ich, dem Außenlack entsprechend, alles in dunkelrot und schwarz bemalt. Hier gab´s relativ wenig Beanstandungen, es passt alles recht gut in den Body.

 

 

Die beiliegenden, vorverchromten Vorder-und Hinterteile bedurften auch noch einiger Nacharbeit, um sie halbwegs passend an die Karosserie kleben zu können.

 

Die Rücklichter, die in den Heckflossen stecken, waren nur mit viel gutem Willen als solche erkennbar und mussten ganz vorsichtig in die richtige Form gefeilt werden. Haben aber dann doch irgendwann gepasst...

Dem Kit lagen wunderschöne Weißwandreifen mit ebenso schönen Radkappen bei. Wo der her sind, weiß ich nicht. Aber sie passen jedenfalls hervorragend zum Modell.

Der Unterboden ist eine, in schwarzem Resin gegossene, einteilige Platte ohne Radkästen und mit nur angedeutetem Motor.

 

Auch Achsen waren keine da, so habe ich mir mit Holzstäbchen geholfen.

So ist, trotz aller Mängel die das Modell hatte und noch hat, doch ein recht hübsches Wägelchen entstanden.

 

Und das 59er Jo-Han/X-EL Promo (danke Günther), ebenfalls vom Sixty-Special, ebenfalls zu kurz, wartet auch noch auf seine Behandlung.

Robert Eiber, Großschwarzenlohe

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Kommentare: 3
  • #1

    Christian (Sonntag, 08 Februar 2026 16:30)

    Wirklich toll geworden, das Auto strahlt elitäre Eleganz aus, wie es dem Anspruch Caddilacs entspricht. Die Carrosserie ist ja wirklich schön, trotz der „Kürzung“, und gerade bei so einem Auto fällt der einfache Unterboden, wie wir ihn bei Die-Casts ja auch billigend in Kauf nehmen, nicht ins Gewicht, weil Exterieur und Interieur ja die Charakteristik prägen. Den V8 hat man, und das Fahrwerk ist eben einfach, Hauptsache, beides unterstützt den Komfortanspruch der Passagiere.
    Nicht umsonst auch die Wahl Don Drapers, „Don cruises as sleekly as the slick fins on this bad boy. This says power. It says luxury. It’s a Cadillac.. which used to be the American king of the road. Or it says, according to Sterling, “I’ve arrived.”
    (Zitat aus https://petrolust.wordpress.com/2012/03/25/carsofmadmen/)
    Auch, wenn er erst den 1962er erwischt.
    Jedenfalls besonders in dieser Farbe eine echter Würdigung dies elitären Aspruchs von Cadillac.

  • #2

    Gerhard (Sonntag, 08 Februar 2026 19:00)

    Ich kenne den von Robert veredelten Resin-Kit nicht, aber es muss von den verkorksten Proportionen bis hin zum aufgeprägten Vinyldach ein 1:1er Abguss des Jo-Han-Annuals sein. Das Problem mit der Größe haben wir ja nicht nur bei den ´59er/´60er Cadillacs, auch der ´60er DeSoto und der ´61er Chrysler New Yorker wurden für die gleichen gelben Einheits-Schachteln wie der ´60er Plymouth Fury und der Dodge Dart produziert und sind eindeutig zu klein. Schade, aber nicht zu ändern und aus heutiger, nostalgisch verklärter Sicht ein Teil der Faszination und des Charakters dieser alten Schätzchen - wer´s unbedingt stimmig haben muss, kauft sich lieber eines der seelenlosen 1:18er Modelle moderner Prägung (so weit ich weiß, gibt es da allerdings keinen ´60er Fleetwood 60 Special?)!

  • #3

    Reinhold (Montag, 09 Februar 2026 09:24)

    Ach Robert, gräm dich nicht, weil der Caddy aweng zu kurz ausgefallen ist. Dafür passt er nun auch leichter in die Vitrine (lol). Fällt von vorne gesehen eh nicht auf - schmäler wäre eindeutig unangenehmer, weil auffälliger. Ich stimme Christian zu - die Farbauswahl unterstreicht die Eleganz, die einen Cadillac auszeichnet. Ein schreiendes Gelb-Grün oder kräftiges Pink hätte nicht gepasst (obwohl viele Außenstehende glauben, dass es Flossen-Cadillacs ausschließlich in Pink gab). Alle Daumen hoch für dieses tolle Modell!