„Unverhofft kommt oft“. Dieser Spruch traf auf mich im Sommer 2025 auf der Modellautoausstellung in Hanau zu.
Dort wurden nämlich vom Veranstalter am Sonntagmorgen gebaute Modelle aus einer Sammlungsauflösung für kleines Geld angeboten. Alle in beschrifteten Schachteln verpackt, fanden die Sachen natürlich reißenden Absatz.
Och, schauen kann man ja mal“ dachte ich mir. „Sind eh wieder nur Sachen, die ich schon habe“, so mein Gedanke.
So war es dann auch, zum allergrößten Teil alles bekannte Modelle. Bis ich eine Schachtel mit der Beschriftung „1965 Ford“ in den Händen hatte.
„Schaust da halt auch noch hinein“ den 65er Ford habe ich zwar schon, aber trotzdem. Zu meinem großen Erstaunen war da aber dann kein 65er sondern ein 67er Ford drin!
Wow! 67er Ford Galaxie! Nie mehr aufgelegt und super selten! Die Schachtel mit dem Modell sofort in Sicherheit gebracht und weitergesucht.
Ich bin dann noch auf einen 65er Riviera gestoßen, der dann tatsächlich ein 63er(!) war und noch einen 68er Cadillac DeVille, der sich dann als megaseltener 67er herausstellte.
Zu diesen Modellen aber demnächst Näheres.
Ungefähr ein halbes Jahr später hab ich es dann nicht mehr ausgehalten und ich musste den Ford „schön“ machen.
Eigentlich war er das schon aber die dunkelgrüne Farbe hat mir nicht gefallen, auch war vorne und hinten die Spur zu breit und auch die Räder waren nicht mittig in den Radläufen.
Dafür war das Interieur sehr schön gemacht, zwar nicht ganz korrekt im Detail, aber dafür mit Fotoätzteilen verfeinert. Das Innenleben habe ich dann unverändert wieder eingesetzt.
Also das Modell flugs zerlegt und, noch immer in dem Glauben, dass es sich im einen Plastikkit handelt, die Karosserie ins Bremsflüssigkeitsbad gelegt. Dort gärten dann die Teile ca zwei Wochen vor sich hin, bis ich sie wieder gerettet habe,
Der Lack war da nicht ab- sondern nur angelöst und irgendwie fühlte sich der Body komisch an. Also dem alten Lack dann mit Wattepads und Nagellackentferner zu Leibe gerückt um dann mit Entsetzen festzustellen, dass es sich hier um ein Resinmodell handelte.
Und ich Verrückter habe das Teil in die Bremsflüssigkeit geworfen, was für Resin eigentlich ein Todesurteil ist.
Zum Glück ist aber meine Pampe schon einige Jahrzehnte alt und deshalb nicht mehr sehr aggressiv, sodass kaum Schaden angerichtet wurde.
Nachdem dann der restliche Lack mittels Nitroverdünnung abgewaschen war (eine riesen Sauerei), konnte das Modell wieder grundiert und lackiert werden.
Ich habe mich dieses mal für ein frisches Zitronengelb mit einem schwarzen Vinyldach (logisch) entschieden.
Nachdem das Lametta mittels BMF auf- und die Scheiben eingeklebt waren, konnte schon das unveränderte Interieur eingebaut werden.
Dann ging´s dem Fahrwerk an den Kragen. Leider sind nicht die originalen Stock-Radkappen verbaut, aber die montierten Felgen gefallen mit auch recht gut. Auch die Spur vorne und hinten wurde korrigiert und die Räder wieder mittig in den Radhäusern platziert.
Dass der Unterboden wohl zu einem anderen Kit gehört und es deshalb zu den Ungenauigkeiten gekommen ist, sei nur so am Rande erwähnt.
Dann wurden noch die leider schlecht passenden Chromteile vorne und hinten eingesetzt, wo ich da dann schon einen Verdacht hatte, wer denn der Hersteller sein könnte.
Bei den darauf folgenden Internet-Recherchen hat sich mein Verdacht sehr schnell bestätigt, dass es sich hier um einen mittlerweile auch sehr seltenen R&R Kit handeln muss. Die Bude war damals nämlich die einzige, die einen Resin-Kit vom 67 Ford im Programm hatte.
Was aber meine Freude an dem Modell in keinster Weise schmälert, auch wenn nicht alles perfekt ist.
Aber wo ist´s das schon?
Und dann freue ich mich auch schon auf die Rettung der beiden anderen Hanau-Schnäppchen!
Robert Eiber, Großschwarzenlohe
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Günther (Samstag, 21 Februar 2026 19:00)
Der gelbe Vogel, fängt den Wurm ? oder so ähnlich.
Sehr schönes Teil, mit Vinyldach wie wir´s von Robert, halt so gewohnt sind. Zum Glück hat
der Resingott, beim Versuch die grüne Farbe zu entfernen, ein kleines Nickerchen gehalten,
so das nichts schlimmes passiert ist. Gratulation zur Rettung. Alle Daumen hoch.
Gerhard (Samstag, 21 Februar 2026 19:16)
Gratulation, lieber Robert, zum Glückstreffer in der Hanau-Lotterie der seltenen Modelle. Ich habe eine mit "1965 Bonneville" beschriftete Schachtel eher lustlos ("den kann man ja immer mal brauchen...") mitgenommen, um zuhause dann festzustellen, dass es sich um ein superseltenes 1964er Buick Wildcat-Annual handelt...
Und noch eine Gratulation: Dass die Resin-Karosserie des ´67er Galaxie das Bremsflüssigkeitsbad unbeschadet überstanden hat, grenzt an ein Wunder. Bei einer gleich gelagerten Gelegenheit habe ich eine vermeintliche Annual-1959er Thunderbird-Karosserie in der Bremsflüssigkeit komplett ruiniert - das Resin war danach wie Kaugummi, völlig formlos und total lappig, ein Fall für die Mülltonne (alle wissen, wie weh so was tut...).
Aber Gott sei Dank Glück gehabt - es wäre auch schade um das schöne und seltene Modell gewesen, das Robert da wieder geschaffen hat. Wir freuen uns jetzt schon auf die anderen Hanau-Schätzchen, die unter seinen Händen neu geboren werden...
Christian (Montag, 23 Februar 2026 00:06)
Wirklich ein Glückstreffer und ein schönes Auto. Es war Dir offenbar bestimmt, sonst wärst Du weder darauf gestoßen noch wäre das Resin-Drama so glimpflich ausgegangen. Das Gelb steht ihm wirklich besser, als optimistischer Vorgriff auf die 70er, als das zwar elegante, aber auf so einem Coupé etwas ambitionslose Grün. Schon in der WhatsApp-Gruppe hat mich Dein Gelb zu einem Farbwechsel bei einem aktuellen Projekt inspiriert.
Ein chices, großes Auto, ein Kind seiner Zeit, könnte auch in einem Französischen Film dieser Epoche so einen Auftritt haben.
Reinhold (Dienstag, 24 Februar 2026 08:07)
Zunächst war ich noch skeptisch bzgl. der Farbgebung, aber das Ergebnis überzeugt. Vor allem mit dem obligatorischen Vinyldach - bei Fullsize Modellen ab den Mid-60ígern fast schon ein Must-Have. Ohne würde was fehlen. Ich denke schon drüber nach, bei welchem meiner noch ausstehenden Modellen diese Kombination passen würde. Kandidaten sind ja noch reichlich vorhanden...
Oliver Löbert (Mittwoch, 25 Februar 2026 15:29)
Ich konnte ihn schon live sehen. Ein nettes kleines zwischendurch Projekt da das Interieur
ja übernommen wurde. Man fragt sich nur was der Beschrifter der Zufallsboxen damals in Hanau sich gedacht hatte. War es bewusst ein Lotteriespiel was zur Erheiterung gedacht war
oder war es reine Unwissenheit?
Es war auf jeden Fall für Jeden etwas dabei und ein paar seltene Perlen waren auch darunter, wenn man es wusste!