TRIO GRANDE
Auf ein Neues: Das „Model Customizer“-Trio Robert, Günther und Gerhard hat wieder zugeschlagen, diesmal mit drei großartigen Eigenbauten auf der Basis der 1959er Imperial-Wiederauflage von AMT in 1:25!
WIE ES DAZU KAM
Der Riesenspaß, den die drei Eigenbau-Customs auf der Basis des 1959er Chevrolet El Camino von AMT gemacht hatten (siehe auch den Bericht „Doublebubblellac“ in dieser Rubrik), konnte natürlich nicht ohne Folgen bzw. Nachfolger bleiben. So stimmte das Customizer-Trio (siehe oben) in bester demokratischer Art und Weise ab, welcher Bausatz die Basis für das nächste Projekt werden sollte. Die einstimmige Wahl fiel auf die Wiederauflage des 1959er Imperials von AMT, weil dieser Bausatz zu der Zeit a) noch leicht erhältlich und b) finanziell erschwinglich war. Wie immer verging von der Planung bis zum Abschluss dieses Projekts viel Zeit, es gab jede Menge Probleme zu überwinden und nicht alles wurde so perfekt wie erhofft. Und trotzdem (oder gerade deswegen?) hat es wieder einen Heidenspaß gemacht – hier sind die Ergebnisse im Einzelnen und es ist einmal mehr verblüffend zu sehen, wie unterschiedlich drei Modellbauer die Aufgabe, aus einem festgelegten Basis-Kit ihr persönliches Custom Car zu kreieren, gelöst haben!
DER „STREAMPERIAL“
1959 waren die eleganten, stromlinienförmigen Fließheck-Karosserien der ´40er und frühen ´50er Jahre längst aus der Mode und von den Heckflossen abgelöst worden. So war die Grundidee beim „Streamperial“, diese beiden Styling-Elemente miteinander zu kombinieren und zu einem harmonischen Ganzen zu verbinden. Zudem sollte das klassische Stilelement aus den ´20er und ´30er Jahren, die freistehenden Scheinwerfer, integriert werden, um eine Reminiszenz an diese Blütejahre des Automobilbaus zu schaffen.
Um es kurz zu machen: Alles viel leichter gedacht als getan! Nach langer Suche und vielen Irrwegen kristallisierte sich schließlich das Dach des 1966er Rambler Marlin von Jo-Han als beste Wahl heraus. Nachdem es im vorderen Bereich doch deutlich schmäler war als der Windschutzscheibenrahmen des Imperial, mussten die Ausstellfenster eliminiert werden und die (erwünschte!) Verjüngung nach hinten erforderte das aufwändige Abdecken, Verspachteln und Verschleifen der Partie hinter den Rücksitzen des Imperial-Cabrios. Die Motorhaube des Imperial-Bausatzes wurde sorgfältig herausgetrennt und durch die beweglich gestaltete Haube eines 1957er Chrysler 300 C von AMT ersetzt. Diese Maßnahme ermöglichte gleichzeitig die Neugestaltung einer aggressiv wirkenden Front durch zwei spiegelverkehrt aneinander geklebte 300er Kühlergrills, die links und rechts von den freistehenden Zusatz-Scheinwerfern aus zwei 1931er Rolls Royce Phaeton-Kits von Monogram flankiert werden.
Von einem Stock-gebauten ´61er Imperial (AMT-Annual) war noch das formschöne, exakt passende Fender Skirt vorhanden, dessen vorderer Abschluss perfekt mit der nach unten gezogenen, verlängerten Kotflügel-Zierleiste des Imperials harmonierte. Diese einem 1950er Buick-Sidetrim nachempfundene Zierleiste diente gleichzeitig als Trennung für die Zweifarben-Lackierung in Grau und Orange, ebenso die Zierleisten auf dem Rambler Marlin-Dach, deren Abschluss das „Flight Sweep Panel“ (=Reserverad-Abdeckung) des Imperial-Kits bildet.
Die Heckflossen wurden durch die „Custom-Fins“ des Imperials deutlich erhöht und mit den Rücklichtern eines ´59er Cadillac-Bausatzes von Monogram ergänzt. Die Heckstoßstange des Imperials wurde durch ein umlaufendes Leuchtenband optisch verändert und erhielt einen Custom-Grill als Insert. Die umgearbeitete, angepasste und neu lackierte Innenausstattung stammt von einem 1962er Chrysler 300 von Jo-Han, das Armaturenbrett sowie das Lenkrad von einem 1960er Plymouth Station Wagon des gleichen Herstellers
Die komplette Technik des Modells, also Fahrwerk, Achsen und den sehr schön detaillierten Motor spendierte der bereits erwähnte Chrysler 300 C von AMT, wobei Radstand, Spurbreite und die Bodenfreiheit der Karosserie auf Anhieb passten.
Die Felgen mit den feinen Speichen fanden sich im „Felgenzimmer“, die dazu passenden Weißwandreifen konnten aus dem Imperial-Kit verwendet werden. Das Projekt „Streamperial“ bestand so schlussendlich aus Teilen von zwölf verschiedenen Bausätzen, wobei viele davon aus Ersatzteilkisten und andere von unrettbar vermurksten Modellen stammten, so dass keine wertvollen Bausätze geopfert werden mussten. Und auch hier wieder: Spaß ohne Ende - und das nächste Projekt wird nicht lange auf sich warten lassen!
Der Finperial
Nachdem Einigkeit bestand, diesmal wird es der 59´Imperial von AMT, setzte sich jeder auf seinen Hosenboden und legte los.
Letztenendes hat mich das Projekt zwei 59´er und zwei 57´er Chrysler von AMT gekostet. Und ich hatte noch nicht mal ein Dach dafür.
Der Plan war zunächst ein 55´er Chevy Nomad Dach zu verlängern.
Dann sollte es ein 60er Plymouth Station Dach werden. Schon besser, aber leider viel zu kurz ! Der liebe Robert hat mir aus der Patsche geholfen, weil bei Ihm "zufällig" ein teilgeschlachteter JoHan 60´er Station rumlag der noch sein Dach besaß, danach, jedoch nicht mehr.
Die Dachhälfte und ein ganzes von einem Gerd Wrack ( Danke an Euch Beide ) ergab mein Kombi Dach, da es ja ein Dreiachser werden sollte.
Das Dach sollte wie bei einem 64 Studebaker Wagonaire funktionieren.
Das bedeutet, dass man es unter den feststehenden vorderen Dachteil schieben können muss. Es muss an das vordere Dachteil anschließen, dann aber tricky nach unten wandern, und unter das feststehende Vorderdach verschwinden.
Das muss narrensicher funktionieren und das viele hundert mal,
wenn´s sein muss.
Mit zwei übereinander liegenden C-Schienen von Evergreen mit
Durchschlupf an der genau richtigen Stelle ging´s auch. Außerdem sollte die Heckklappe zu öffnen sein und die Heckscheibe darin verschwinden.
Einige verschlissene Nervenstränge später, funzte auch das.
Im Internetz auf E-bay habe ich total verschärfte "Hackmesser" Felgen und Reifen gefunden. 3D gedruckt. Nicht besonders billig, aber da es ja ein Six-Wheeler werden musste, brauchte ich ja bloß
zwei komplette Sätze davon.
Irgendwann war mir ein 100% Hotwheels 57er Chrysler 300 C
zugelaufen.
Den habe ich mit Bare Metal Foil veredelt und den wollte ich auf
der Ladefläche vom "Finnperial" stehen haben.
Finperial ? Warum Finperial ? Weil er ewiglange, mit Bausatz
Customflossen aufgeschmalzte Heckflossen besitzt.
Die Rücklichter sind Eigenanfertigungen und der Kühlergrill,
wurde aus den Customcarparts, eines 51 Chevy Kit´s entwendet.
Das ganze Kunstwerk hat mich mit seinen ganzen Fehlschlägen,
genug Nerven gekostet, dass ich damit mehrere Customs hätte
bauen können. Aber da ich es nun mal so haben wollte, habe ich es wahrscheinlich nicht besser verdient.
Schwamm drüber, da steht er nun, und gut is.
Der Imperial Plainsman
Als es darum ging, den 59 Imperial zu vercustomizen, war mir sehr schnell klar, wie mein fertiges Modell aussehen sollte.
Ich bin nämlich vor längerer Zeit schon auf ein Auto aufmerksam geworden, das mich völlig in seinen Bann zog: Der Plymouth „Plainsman“, eine Desgn-Studie aus dem Jahr 1956.
Das Faszinierende an dem Auto ist die verkehrt herum aufgesetzte hintere Dachhälfte, die wie ein Sattel auf dem eigentlichen Dach sitzt – der Wahnsinn!
Doch wie soll ich jemals so ein Dach herstellen?
Retter in der Not waren meine beiden Modellbau-Spezeln Günther und Oli. Von einem der beiden (wer genau es war, weiß ich nicht mehr, weil der eine es dem anderen überlassen hat, bis es dann bei mir landete) bekam ich ein Breezeway-Dach, das entweder von einem Lincoln oder Mercury stammt, geschenkt(!!).
Damit waren alle Hindernisse aus dem Weg geräumt und ich konnte mein lange geplantes Projekt endlich umsetzen.
Und los ging´s: Dem Imperial von der A-Säule ab nach hinten bis zum Heck den kompletten Bereich herausgesägt und durch das Dach und die Heckklappe eines ausgebeinten 60er Plymouth Station Wagon ersetzt.. Das Dach war natürlich viel zu kurz für den Imperial und musste in Richtung vorderen Scheibenrahmen verlängert werden.
Auf diese Konstruktion wurde dann das Lincoln-Mercury Dach verkehrt herum aufgeklebt, das jedoch zuvor etwas verschmälert und verlängert werden musste.
Auch die Dachsäulen wollten verlängert werden, weil zu kurz. Dann alles verschliffen und die Ränder mit Evergreen abgeschlossen..
Dann ging es vorne weiter. Die Hidden-Headlights sind abgeschnittene Kotflügel-Spitzen eines anderen, bereits ausgeschlachteten Imperials, die von unten unter die Kotflügelenden geklebt wurden.
Der vordere Bumper stammt vom 58 Monogram Thunderbird und ist eigentlich 1:24, passt aber nach einigen Anpassungen perfekt. Der Grill ist vom 49 Mercury, nur verkehrt herum eingesetzt.
Am Heck habe ich relativ wenig verändert, lediglich die etwas bescheidenen Imperial Flossen wurden mit Evergreen Plastik etwas spitzer gestaltet. In dem Bereich der hinteren Chromeinheit, in dem normalerweise die Rückfahrscheinwerfer sitzen, habe ich ein breites Rücklicht-Band eingesetzt.
Lackiert wurde wieder mit Autolack aus der Dose, Diesmal in einem mittleren Rotmetallic, das hintere Dach mit Felgensilber und alles mit 2K-Klarlack überzogen.
Der Innenraum besteht zum größten Teil aus der Wanne vom Plymouth Kombi, dem die beiden Sitzbänke entfernt wurden. Die entstanden Löcher wurden mit Plasiksheet verschlossen und alles glatt verschliffen. An den Seiten sollte ein Stepp-Karo Muster entstehen. Dazu habe ich Gehweg-Platten von Evergreen „auf spitz“ eingeklebt und an den Kreuzen kleine Löcher gebohrt, durch die ich dann als verchromte Knöpfe, Stecknadeln durch gesteckt, von hinten abgezwickt und festgeklebt habe.
Am Dash habe ich den Armaturenträger durch den Grill vom 57 Chrysler ersetzt, und die Flächen farbig im LED-Stil hervorgehoben.
Die sechs Schalensitze sind Custom-Teile vom 56er Ford, die „Mittelkonsole“ sind zwei Heckflossen vom 60er Plymouth, der ja bereits das Dach und die Innenwanne gespendet hat.
Das Fahrwerk und die Räder stammen unbehandelt vom Imperial selbst, lediglich die Räder sind etwas tiefer in die Radhäuser gesetzt, damit die Fuhre etwas flacher daher kommt..
So ist aus Teilen von sieben verschiedenen Modellen ein kleines Träumchen entstanden, das beim Planen und Bauen sehr viel Spaß (zumindest meistens) gemacht hat.
Und da wir drei jetzt an solchen Dreierprojekten Blut geleckt haben, wird das Nachfolgeprojekt nicht lange auf sich warten lassen!
Streamperial: Gerhard Hoffmann, Bachmehring
Finperial: Günther Eberhardt, München
Plainsman: Robert Eiber, Großschwarzenlohe
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Christian (Freitag, 03 April 2026 12:42)
Carissimi, alle drei sagenhaft, und die Zier jeder Custom Car Show, besonders in der Kombination, wie hier gezeigt. Die Kombis sind toll und jeder auf seine Art sensationell. Der Streamperial hat besonders mein Herz gewonnen, weil er das Rocket Age perfekt repräsentiert. Allerdings, der Finperial ist auch ganz schön gestreamlined, hinten offensichtlich mit Luftfederung, Respekt. Der Plainsman schaut wirklich aus, wie von Exner persönlich abgesegnet.
Aller drei wirklich sensationell und wunderschön. Unverschämt merke ich an, daß nur noch ein Cabriolet oder ein Spider fehlt. Meine herzliche Gratulation.