3x 1963 Ford Galaxie Custom

3x 1963 Ford Galaxie Custom

 

Neue Galaxien

 

Basis: 1963 AMT Ford Galaxie, Maßstab 1/25

Beim gemeinsamen Überlegen, was als nächster "Dreier" anzufertigen

wäre, kamen der Gerd, der Robert und ich, auf den 63er Ford Galaxie

von AMT, wegen der Verfügbarkeit, es sollte ja kein superteueres

Projekt werden.

In jedem Deutschen Haushalt, der was auf sich hält, sollte mindestens ein Bausatz von dem Teil rumliegen. 

The Triclops

Bei mir erwies sich die `Prestige´ Ausführung, als schwerer, als sie eigentlich sein sollte. Bei der folgenden Überprüfung stellte sich heraus, dass zwei komplette Exemplare in der Schachtel schlummerten. Aber was damit anstellen? Dass es ein Custom werden musste war ja sowieso klar, aber wie ? Da fiel mir ein, vor Äonen hatte mir doch die Sylvia ein Bild geschickt. Von einem 62´er Bullet Bird mit einem großen Bubbletop

und Fenderskirts vorne und hinten. Und ein anderes Mal von einem

Midsixties T-Bird Coupe in traurigem Zustand, aber mit drei Custom

Rücklichtern. Im von der Medizin noch unentdeckten Bereich, 

verschmolzen Beide zu einem Objekt, aber nicht auf T-Bird Basis,

 

sondern, siehe oben, ein 63´er Galaxie sollte das Fundament bilden.

Zunächst mal mußte ein großes Magnum GT Bubble Top her.

Im Internetz entdeckte ich einen MPC Bausatz von dem Ding. Da ich

um die Bedürftigkeit vom Gerd wusste (Man braucht fünf von den 

Dingern) schlug ich Ihm vor, wir teilen uns die Kosten und ich kriege

die große Bubble und er ist dem Endziel von fünf Stück ein kleines

Stück näher. Die meisten benötigen sowieso die kleinen Bubbles und

er befindet sich schon im Besitz eines Exemplares mit einer großen.

Die ganze Story ein paar Mausklicks weiter, unter dem Bericht "Blaue

 

Maurizius".

Das Erste was passierte, war Rübe ab! Ich habe sofort meinem das

Dach samt Fensterpfosten amputiert.

Dem Gerd seinem Galaxie, der zum "Galexner" konvertieren sollte,

hat er alles ab der hinteren Türkante abgesäbelt und ich konnte mir

das ganze Stück unter den Nagel reißen. Warum brauche ich denn 

sowas ? Der ganze Kofferraum war mir von der Optik her zu kurz

und ich beschloss ihn um 5mm zu verlängern. Dazu habe ich nach dem

hinteren Radlauf vor dem Seitenzierteil, das ganze Hinterteil 

abgetrennt und aus dem Gerd Teil ein um 5mm längeres Stück wieder

 

drangeklebt.


 

 

Außerdem konnte ich dann aus dem Rest von meinem und dem 

Custom Heckteil vom zweiten (schlummerte ja immer noch in der Box) das dritte Rücklicht anfertigen und auch gleich in den Kofferraum transplantieren.


Auch vorne sollten es drei Schweinwerfer pro Seite werden. Laut

Bauplan sollte man beim Customgrill einen zweiten Schweinwerfer

zum bereits vorhandenen dazukleben. Beim Triclops wurden halt zwei

dazu angebracht.

Die vorderen Fenderskirts blieben vom "Checkered Chevy" übrig und

 

die wurden mit Sheet, freestyle nach unten verlängert.

Aber hinten habe ich ja auch welche gebraucht? So habe ich meine

Annual Kits auf Customfenderskirts untersucht und Bingo im 63´er

Mercury waren genau die Richtigen drin. Die haben auf den Galaxie

fast besser gepasst, als wenn sie eigentlich auf den Ford gehören

würden. Auf denen setzen sich sogar die Karosseriesicken in genau

der richtigen Höhe fort.

Da ein Annual Bausatz fast zwingend ´stock´ gebaut werden muss,

 

hatte ich fast kein schlechtes Gewissen, die Fenderskirts rauszuklauen.

Das Innenleben war mir ein wenig zu langweilig. Aber da lag ja noch 

der teilgefledderte 58er Monogram T-Bird. Mit ein wenig Anpassung

konnte ich beide Sitzkisten miteinander verschmelzen. Das Armaturenbrett vom 58er ist um Welten schöner, als das langweilige vom 63´er.

Bis sich der Bubbletop Kragen narrensicher öffnen und schließen ließ, war noch einiges an Nervenkraft zu investieren, aber jetzt lässt er sich einwandfrei auf- und zuklappen und bleibt sogar in geöffneter Stellung von selber stehen.


Die halbgeplünderte Galaxie Schachtel wollte ich nicht mehr an ihren 

alten Platz in der kleinen Collection einsortieren. So habe ich den Inhalt

mal schnell ´Stock´gebaut, und mit einer Anhängerkupplung versehen.

Dann habe ich den "Diamond in the Rough" Autoanhänger gebaut, damit

der Seriengalaxie den Triclops durch die winzige Sammlung trailern

 

kann.

Jetzt wollen wir aber mal sehen, wie es den beiden anderen

 

Protagonisten bei ihrem Teil der Triolade ergangen ist.

 

The Grinner

Den 63 Ford vercustomizen? Als wir uns auf unser nächstes Custom-Projekt, nämlich den 63er Ford Galaxie von AMT, geeinigt hatten, war ich erst mal etwas ratlos.

Günther hat wieder eine Bubble angekündigt, Gerhard wollte „irgendwas mit Flossen“ machen.

Und ich?

Wie immer in solchen Fällen habe ich im Netz nach Ideen gesucht und bin tatsächlich recht schnell fündig geworden. Nämlich auf Bilder und ein Video vom Mercury Turnpike Concept-Car.

 

Das Auto hat ein völlig irres und filigranes Dach, das ich auch so ähnlich haben wollte.

Ich habe daraufhin die entsprechenden Bereiche aus dem Dach herausgesägt, die C-Säulen so weit es ging verschmälert, das Dach nach hinten über die Heckscheibe verlängert und links und rechts im Bereich der C-Säule nach unten gezogen. Anschließend, wie immer, gespachtelt und geschliffen...

 

Eigentlich wollte ich noch, wie beim Original, durchsichtige Dachteile einsetzen, die sich nach oben öffnen lassen. Da hat mich dann aber doch mein modellbauerisches Können verlassen, weshalb das Dach offen blieb. Kann man auch besser reinschauen.


Bei der Frontgestaltung bin ich recht schnell auf ein Customteil vom 66er Imperial gestoßen, das ich sofort einsetzen wollte. Einen riesigen, grinsenden Grill über die gesamte Fahrzeugbreite, natürlich ohne sichtbare Scheinwerfer und dazu eine Stoßstange, die den Grill noch betont.

 

Die Teile haben auch mit nur wenigen Anpassungen in die Ford-Nase gepasst und so hatte das Modell auch schon seinen Namen: The Grinner – der Grinser.


Am Heck habe ich mich etwas am 62 Ford Seattle orientiert, ich habe die waagerechten, angedeuteten Flossen mit Evergreen nachmodelliert.

 

Die Fassungen der Rücklichter habe ich dann noch etwas nach hinten verlängert, das Chromteil ist der Custom-Grill vom 65 Lincoln, nur „etwas“ als Heckteil umgebaut und angepasst.


Das Design an den Flanken machte die meiste Arbeit. Ich habe aus den Flanken jeweils eine schmale Sektion herausgetrennt und von innen mit einem halben Evergreen-Röhrchen wieder verschlossen. In diese Vertiefungen wurden dann kleinere, halbierte Röhrchen eingeklebt. Das Ganze war eine irre Schleiferei, bis alles so ineinander gepasst hat, wie ich es wollte.

Ach ja! An der Motorhaube habe ich seitlich kleine Partien ausgesägt und mit Riffelblech ergänzt, soll Grill Attrappen darstellen.

Zuerst wurde der Rücksitz entfernt und das entstanden Loch mit Plasiksheet verschlossen.

Das Armaturenbrett habe ich mit den bereits erwähnten Plastikröhren in seine runde Form gebracht, die Armaturen selbst sind angepasste Custom-Teile aus der Wühlkiste. Dann noch am Armaturenbrett und den Seitenteilen mit Evergreen etwas spaciges Lametta aufgeklebt und grob fertig war das Interieur. Die Mittelkonsole stammt glaube ich vom 56er Ford, ebenso die vier Schalensitze.

 

In der gleichen Farbe lackiert wie außen, nämlich ein tolles Rose-Metallic von Belton aus dem Baumarkt.

Der Unterboden mit Motor stammt, leicht angepasst, vom Original-Kit, die Räder glaube ich auch.

Was sich hier wie im Zeitraffer ließt, was tatsächlich eine wochenlange Tortour aus Anpassen, wieder verwerfen, nochmal anfangen und spachteln und schleifen.

 

Hat sich aber dann doch gelohnt. Und es ist immer wieder erstaunlich, was für verschiedene Modelle aus dem gleichen Kit entstehen, So hat jeder von uns dreien seine Eigenheiten und Schwerpunkte, sodass man sofort das jeweilige Modell seinem Erbauer zuordnen kann.

 

DER GALEXNER

What if“ – was wäre gewesen, wenn Chryslers Stardesigner Virgil Exner Ende der ´50er oder Anfang der ´60er Jahre nicht beim Kleinsten der „Großen Drei“, sondern bei Ford gearbeitet hätte? Man kann wohl davon ausgehen, dass er dem doch sehr konservativen Ford-Styling mit großen Heckflossen, freistehenden Scheinwerfern und reichlichem Zierleisten-Dekor den Mief aus den Klamotten geblasen und einen sehr viel progressiveren Stil vertreten hätte…?

Genau diese Überlegungen standen am Beginn der „Galexner“ -Gestaltungsphase, als sich die drei Model-Customizer Robert, Günther und meine Wenigkeit auf den ´63er Ford Galaxie von amt in 1:25 als nächstes Verfremdungs-Objekt geeinigt hatten. Überdies kam dem Projekt zugute, dass vom „Streamperial“ (siehe Bericht „Trio Grande“ in dieser Rubrik) das komplette Heck samt Flossen und Kofferraum eines 300er Chryslers von amt übrig geblieben war, das perfekt zum Thema passte – schließlich kann man alles immer irgendwann wieder verwenden!

So wurden sowohl die Karosserie des ´63er Galaxie als auch die des Chryslers hinter der Türe abgeschnitten und miteinander verheiratet. Wie durch ein Wunder passten die Höhe der Seitenteile und sogar die Rundungen der Karosserien saugend aneinander, so dass nur ganz wenig gespachtelt und geschliffen werden musste. Das Frontteil mit dem Exner-typischen Trapezgrill und den Höhlen für die freistehenden Scheinwerfer ist das übrig gebliebene Customteil  eines Stock gebauten ´63er Imperial-Annuals, das sich ebenfalls ohne großen Aufwand in die Galaxie-Front integrieren ließ.


Damit standen die Grund-Elemente der Galexner-Form fest und es konnte an die Details gehen. Wie jedes Mal gab es auch hier wieder unzählige Ideen, deren Realisierung sich nach ersten Anfängen als unrealistisch erwies oder die gleich wieder verworfen wurden. So schnell und einfach sich das liest, so zeitaufwändig und schwierig gestaltet sich immer wieder die Suche nach passenden Teilen oder deren Umgestaltung, die oft genug nach langer, vergeblicher Arbeit doch wieder nur in die Ersatzteilkiste wandern.

An den Galexner schafften es schließlich als Frontstoßstange der hintere Stoßfänger eines ´60er DeSoto-Wracks von Jo-Han, seitlich nach hinten verlängert durch die Seitenteile einer ´60er Plymouth Station Wagon-Heckstoßstange, ebenfalls von Jo-Han. Die riesigen freistehenden Scheinwerfer spendierte ein Packard-Oldtimer-Kit von Monogram, die Chromspange in der Mitte der Front ist unbekannter Herkunft.

 

 

 

Die Windschutzscheibe samt Rahmen, verchromtem Windlauf und Scheibenwischer stammt vom ´59er Cadillac von Monogram und passte ebenfalls verblüffend gut in die Galaxie-Karosserie. 


 

 

Aus dem bereits erwähnten ´63er Imperial-Annual waren neben der Custom-Front auch das Carson Top und das (abnehmbare) Glasdach übrig, die entsprechend angepasst Verwendung fanden. Das „Bulleye“ im Carson Top spendete ein auszuschlachtender ´58er Thunderbird von Monogram.


Die Heckflossen des ´57er Chryslers wurden durch die Custom-Fins aus dem ´59er Imperial-Kit dezent erhöht, von dem auch die Fender Skirts und das „Flight Sweep Panel“ (auch als „Toilet Seat“, zu deutsch „Klodeckel“ verunglimpft) stammen. Sowohl die Rücklichtgehäuse als auch die komplette Heckstoßstange ließen sich vom ´57er Chrysler verwenden, die „Rocket Taillights“ lagen als Customteile dem ´63er Galaxie-Kit bei.

Die Innenausstattungswanne konnte unverändert vom Galaxie übernommen werden, an die Stelle der vorderen Sitze traten Schalensitze aus dem Fundus, geteilt durch eine Konsole unbekannter Herkunft. Armaturenbrett und Lenkrad schließlich sind angepasste Teile des ´58er Thunderbirds von Monogram. Die geschwungenen seitlichen Zierleisten entstanden aus Evergreen Halbrund-Profilen 1,5 mm, die Fläche dazwischen wurde mit „Stainless Steel“- (= Edelstahl-) Folie ausgelegt. Das Fahrwerk, der Motor und dessen Umfeld wurden unverändert aus dem Galaxie-Bausatz erstellt, die glatten Radkappen fanden sich im Kit des ´59er Imperials. 


Und so stellt der „Galexner“ trotz seiner Ford-Abstammung eine Hommage an den genialen Virgil Exner dar – was der wohl dazu sagen würde?

The Triclops: Günther Eberhardt, München

The Grinner: Robert Eiber, Großschwarzenlohe

The Galexner: Gerhard Hoffmann, Bachmehring

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Kommentare: 1
  • #1

    Christian (Sonntag, 03 Mai 2026 13:05)

    Höchst erbaulich, euer intergalaktischer Trialog. Sollte ich gar sagen, „Triptychon“? Nach eurer vorigen ménage à trois für Chrysler hat nun auch die ultraseriöse FOMOCO ein würdiges Trio an Show-Cars, bzw. Konzeptautos bekommen, mit denen jeweils allein schon ein Wanderzirkus á la GM Futurama zu bestreiten wäre.
    Sehr viel Mühe, ich durfte ja das Werden von Triclops und Grinner partiell mitverfolgen, die sich absolut gelohnt hat. Günther war auch noch so fürsorglich, für die stylistisch korrekte Anlieferung gesorgt - verschiedene OEMs möchten ja, daß die Anlieferungen mit ihren Produkten stattfinden.
    Die nächsten tollen Vorschläge, wie das Autoleben in Detroit hätte viel bunter verlaufen und unseren durch gemalte Darstellung in den Prospekten eher entsprechend verlaufen können. Nicht zu reden von heute, wo häßliche Monströsitäten den automobilen Alltag dominieren.
    Bleibt nur die unanständige Frage, ob GM und vielleicht sogar AMC, die ich allerdings zumindest in den 70ern schon in Serie erfrischend unkonventionell finde, auch noch ihren Beitrag bekommen?