1966 Honda S800

Honda S 800

 

 

Kennen wir den?

 

Doyusha, Maßstab 1:24

Natürlich kennen wir, zumindest in meiner Generation, den Honda S 800 aus Publikationen in Autozeitschriften, oder in einem Autokatalog, wo ich ihn das erste Mal wahrgenommen habe, noch als S 600 Cabriolet.

Der Katalog kündet die Neuheiten 1966/1967 und ist eine Besonderheit in meiner Bibliothek.

Und natürlich als dritten Neuwagen von Spirou und Fantasio, nach den beiden legendären Turbinenautos, aus der bekannten Comic-Reihe. Besonders einprägsam ist jenes Bild, als das hinter den Sitzen mitfahrende Marsupilami aus dem Auto seinen langen Schwanz als Ankerschnur um einen Laternenmast schlingt, um so Spirou bei seiner engagierten Kurventechnik zu unterstützen, sozusagen als ADAS.

 

Das Coupé hatten viele von uns als 1:43 Spielzeugauto von Dinky Toys. 

In jüngerer Zeit ist dieses Coupé als Attraktion der berühmt-berüchtigten SEMA Show wieder ins Gedächtnis gerückt. Daniel Wu‘s schwarz-goldenes Custom Coupé ist erstaunlicherweise für einen SEMA-Star relativ diskret und elegant ausgefallen (https://japanesenostalgiccar.com/sema-daniel-wu-honda-s800-chinpira/).

 

Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich schon einen S 800 in Realität gesehen habe.

Als ich über eine Sammlungsauflösung an einen S 800 Bausatz kam, lag der im Regal, bis mir das SEMA-Auto den Impuls gab, wie er denn zu bauen sein könnte. Serie, respektive „stock“ ist bei mir kaum denkbar. Sobald ich dann im Fundus auf passende, breite Reifen kam, war klar, daß sie auf eine verbreiterte Version der Serienfelgen zu kommen hätten, nach Vorbild des SEMA-Coupés, obwohl der Bausatz das Cabriolet ist.

Ganz dem Vorbild nachempfunden ist es doch nicht, Robert hat seinen beschwichtigenden Einfluß mit einem Bild seines gelben Galaxy Coupés mit noch weiß grundiertem Dach geltend gemacht. 

Also nicht schwarz mit goldenen Rädern, sondern gelb mit weißem Hardtop-Dach, eigentlich sowieso ein Mooneyes Farbschema, aber mit den nötig verbreiterten Radausschnitten, Schalensitzen und Überrollbügel. Dieser wieder nach Vorbild des bei „Silodrome“ gefundenen, von Honda-France im Werk bestellten S 800 Racing (https://silodrome.com/honda-s800-racing-car/).  Die Rennversion hat übrigens ein anderes Hardtop als die Serie, viel „eckiger“, wohl wegen Platz, aber vielleicht auch wegen der Aerodynamik. Der Tamyia Bausatz der Rennversion ist übrigens da sehr korrekt.

 

 

Ich habe aber den Kit von Doyusha erwischt. Der wird zwar nicht unbedingt dem zweifelhaften Ruf von Doyusha gerecht, ist aber trotzdem seltsam spielzeughaft aufgebaut: Bodenplatte mit Relief für Fahrwerk, Rahmen (der S 600/800 hatte keine selbsttragende Carrosserie) und Motoruntersicht unten und oben zwischen den vorderen Radhäusern eines der Motorobersicht, sowie dahinter eines des Interieurs.


Aber grundsätzlich so, daß man es verwenden kann, in der Chassisdarstellung besser als mancher JoHan. Natürlich waren der vordere Stabilisator und die Bremsen zu ergänzen. Da verwende ich meist Beilagscheiben als Grundmaterial. Daß die oberen Dreiecksquerlenker und die Federn und Dämpfer vorne nicht dargestellt sind, sieht man im engen Radhaus vorne sowieso nicht. Den Auspuff konnte man mit Farbe hinbekommen, das unter dem Kofferraum hängende Reserve- Notrad habe ich nach Vorbild diverser Tuningversionen eingespart. Der Tank liegt ja innen zwischen hinteren Radkästen. 

Nachdem der Motor mit seiner Motorradtechnik de facto schon in Serie ein Renntriebwerk ist, konnte er so bleiben. Im Motorraum waren vor allem Leitungen und die inneren Seitenwände zu ergänzen, sowie der Auspuffkrümmer. 


Wirklich zäh war die korrekte Positionierung der Innenraumwanne, weil die Paßstifte zu wenig prominent sind. Oftmaliges Auseinandernehmen und neu Positionieren der bereits verklebten Wanne war etwas fordernd. Das Interieur ist allerdings wirklich attraktiv, beim Vorbild wie beim Modell und bedarf auch bei der Instrumentierung keiner Ergänzung.  


 

 

 

 

Dafür wurden die Sitze seitlich schalensitzartiger gestaltet, die beiden Einzel-Überrollbügel und passend die auch im Modell vorgesehenen Beckengurte zu 4-Punkt-Gurten ergänzt.


So ist eben meine Version eines, sagen wir, „Café-Racers“ entstanden. Die verbreiterten Serien-Stahlräder sind, wie das SEMA-Auto zeigt, in der Realität genauso möglich. Da sogar Renn-Decals beim Kit dabei waren, habe ich mich entschlossen, den Look mit den „Roundels“ für Startnummern zu ergänzen. Vor allen in England gerne auch im Straßenverkehr so gefahren und als Statement vor einem „Ace-Cafe“ ja durchaus schlüssig. Vorm Café kann man auch Radkappen dazu tragen, was im Renneinsatz eher ungewöhnlich ist, zumindest seit Ende der 1950er. 


Doc‘s Einfluß („Rallye geht immer“) spiegelt sich nicht nur im Weglassen der Stoßstangen, sondern auch in den Zusatzscheinwerfern wider. Da habe noch vorhandene Decals von Motobitz (die Firma gibt’s leider nicht mehr) Cibie Oscars verwertet und die Scheinwerfer selbst aus Tapezierernägeln gebaut.

 

 

Somit ist der wirklich kleine Honda nun bereit, sich vor dem Ace-Cafe seinem Bruder N360 und anderen 2- und 4-rädrigen Konkurrenten zu stellen.


Zum Schluß Danke den „Influencern“, die mir den Weg gezeigt haben.

 

Christian Vana, Baden bei Wien

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Kommentare: 1
  • #1

    Reinhold (Donnerstag, 25 Juni 2026 11:30)

    Um deine Eingangsfrage zu beantworten: Natürlich kennen wir den! Hab den gleichen auch noch im (für das winzige Modell viel zu großen) Karton rumliegen. Ist auch so ein Kandidat, den ich gelegentlich mal ans Tageslicht hole, mir vornehme "demnächst" �zu bauen, nur um ihn dann im Dunkel der Pappschachtel wieder verschwinden zu lassen. Aber so ist das halt, wenn man mehr als einen hat und die Zeit fehlt, alle noch ausstehende Wunschkandidaten gleich zu bauen. Du hast deinen aber fein hingekriegt - vielleicht hast mich ja doch inspiriert? Mal guggen...