1937 Chevrolet Custom Coupe & Cabrio

1937 Chevrolet Custom Coupe & Cabrio

 

3mm

 

AMT, Maßstab 1:25


Manchmal sollte man sich vorher überlegen was man sagt oder fragt. So hat sich nämlich aus einer harmlosen Frage wieder ein etwas umfangreicheres Custom-Projekt entwickelt, das drei Modellbauer mit in die Tiefe gerissen hat.

Los ging das ganze Drama mit einer harmlosen Frage von mir an den Günther, wie man denn eine 30er Jahre Karosserie sectionen könnte.

„Ach, das ist doch ganz einfach, da schneidest hier aus dem Body 3mm heraus, und dann da auch noch 3mm. Und hier waagerecht und dort senkrecht und schon bist fertig“.

Ich hatte natürlich nicht ein Wort verstanden, war aber auch nicht weiter tragisch, denn es war ja mal nur so gefragt.

Bis am nächsten Tag das Telefon klingelte und Günther dran war: “Ich hab schon mal angefangen und ein Coupe wie beschrieben gesectioned und gechopped, hat tadellos geklappt“.

Im ersten Moment war ich fast etwas angepisst, schließlich war das doch meine Idee! Dann aber hab ich das Ganze etwas aus den Augen verloren, bis mir wieder der Günther Bilder seines fertigen Coupes um die Ohren haute: „Jetzt bist da an der Reihe!“

„OK“, dachte ich mir, „kannst´s ja mal versuchen“.

 

Und als dann noch Gerhard von der ganzen Geschichte Wind bekommen hatte und auch mitmachen würde, war mein Schicksal besiegelt...

 

The Flat´n´Shine Chevy

Das hier gezeigte Modell ist schon die zweite Version, die erste hat sich beim Lackieren selbst zerstört. Was im Nachhinein nicht weiter schlimm ist, da die erste Version einige Mängel im Detail hatte, die ich beim zweiten Mal vermeiden konnte.

 

Wie mein fertiges Custom-Modell mal aussehen sollte, war mir relativ schnell klar, als ich im Netz ein Bild eines wunderschönen 36er Fords gefunden hatte, mattschwarz und glänzend rot lackiert. Ich bin ja überhaupt kein Fan von matten Lackierungen, aber hier hat´s mir doch gefallen und so wollte ich das auch haben.

Also habe ich mir ein noch übriges Coupe geschnappt (das Cabrio hatte ja beim ersten Versuch sein Leben ausgehaucht), das Dach abgeschnitten und einen Teil davon zwischen Kofferraum und Sitzen eingesetzt. Dann, wie von Günther beschrieben, 3mm mittig aus dem Body herausgetrennt, ebenso im Bereich der Frontmaske, die Feuerwand um 3mm gekürzt und auch von der Motorhaube 3mm weggehobelt.

 

Dass jetzt natürlich ja schon gar nichts mehr zusammenpasste, war klar. Was folgte, war eine schier endlose Schleif- und Spachtelorgie. Nachdem dann auch noch die Zierleisten dran waren und alles fertig grundiert war, ging´s innen weiter.


Von der Innenraumwanne wurde zuerst einmal der Boden herausgetrennt um die Seitenteile um - na? Richtig! - 3mm zu kürzen.

 

Dann alles wieder zusammengesetzt und der Karosserie angepasst. Das Armaturenbrett und Lenkrad sind die Customteile aus dem Kit, die Sitze stammen aus der Wühlkiste, Und die Fensterkurbeln hat ein ausgebeinter 30er Jahre Caddy spendiert.

 

 

Dann konnte Lackiert werden! Das Schwarz ist ein Seidenmatt-Lack aus dem Baumarkt, das Rot stammt von Duplicolor.


Bei der Front und den Scheinwerfern waren zuerst 3D Woodlilte Scheinwerfer (danke nochmals, Thomas) angedacht, die haben mir dann aber doch nicht so recht zu dem etwas sportlich wirkenden Roadster gefallen.

 

Deshalb habe ich den Kühlergrill oben etwas aufgebohrt und in die Löcher etwas kleinere Suchscheinwerfer vom bereits erwähnten Cadillac eingesetzt. Der Grill selber ist das Customteil aus dem AMT-Kit.

 

 

Die Duvall-Windschutzscheibe stammt vom 32 Ford Phantom Kit, die Räder sind vom Monogram 39 Chevy Coupe Lowrider geklaut, die Rücklichter musste ein 49/50 Ford opfern.


So ist, mit sehr viel Aufwand und einigen Rückschlägen und Katastrophen bei der ersten Version, dann doch ein lustiges, kleines Cabrio entstanden. Ich glaube, den Aufwand sieht man erst, wenn man das Modell neben die Stock Version stellt...


 

DER „CHEVEDES“

Während bei den beiden Modellen von Robert und Günther nach allen Regeln der Customizing-Kunst „gechoppt“, „gesectioned“ und „gecleaned“ wurde, entwickelte sich der Bau des „Chevedes“ in die entgegengesetzte Richtung. Hier standen die „Glamour“-Cars der ´30er Jahre mit ihren hoch aufragenden, dominanten Kühlergrills und den fließenden Art-Deco-Linien Pate, gepaart mit diversen Custom-Elementen der ´50er und ´60er Jahre.

So galt es also zunächst, neben der Karosserie des ´37er Chevy Coupes von AMT die passende Basis für dieses Projekt zu finden. Sie fand sich in Gestalt der Bodengruppe mit den Kotflügeln und der Motorhaube eines ausgeschlachteten Mercedes 540 K von Italeri im Maßstab 1:24. Hier passten die Rundungen der ´37er Chevy-Karosserie sowie die Länge der Motorhaube im Vergleich zu den Ausmaßen des gesamten Modells am besten zu der oben aufgeführten Gestaltungs-Idee.

Wie immer erschien das alles ganz einfach und schlüssig, artete aber dann im Laufe der Zeit zu richtiger, schweißtreibender Arbeit aus. Allein die Anpassung der Mercedes-Motorhaube an die Chevy-Karosserie kostete viele Stunden intensiver Feil- und Schleifarbeiten, wobei es letztlich leider nicht gelang, sie ohne störende Spalten auch noch abnehmbar zu gestalten.

Der eleganten Linie zuliebe wurden alle Radausschnitte mit Fender Skirts verschlossen, die aus dem ´40er Ford von AMT stammen. Während diese Teile hinten unverändert passten, mussten sie vorne dem Linienfluss der Kotflügel des Mercedes angepasst werden. Die zugegebenermaßen an einem Modell dieser Ära etwas ungewohnt wirkenden Heckflossen (das läuft unter „künstlerischer Freiheit“!) stammen einschließlich der „gotischen“ Rückleuchten vom ´57er Chrysler aus dem AMT-Programm und mussten an den Innenseiten aufwändig verkleidet werden.


Ein ungeahnt großes Problem stellte die Wahl der passenden Räder dar. Angedacht waren ursprünglich die verchromten Speichenfelgen mit den Weißwandreifen eines Duesenberg SJ von Monogram in 1:24. Bei der ersten Stellprobe stellte sich aber schnell heraus, dass diese Räder für den erwünschten Custom-Effekt viel zu groß ausfielen. Der Chevedes wirkte damit wie ein hochbeiniges Ford T-Model, was die Wirkung der ansonsten fließenden Linien stark beeinträchtigte. Das genaue Gegenteil bewirkten 1:25er Customfelgen aus dem Fundus, die wiederum viel zu klein für die ausladenden Formen dieses Modells waren. Der letztlich gefundene Kompromiss: Die Speichenfelgen und die Reifen aus dem Tamiya-Kit des Jaguar MK II in 1:24, versehen mit selbst gemalten Weißwänden.

Um das Ganze von den Proportionen her glaubwürdig zu gestalten, mussten sowohl die Karosserie als auch Motorhaube und Kühlergrill (der Customgrill des ´37er Chevy mit zusätzlicher Chrom-Einfassung) um drei Millimeter höher gesetzt werden. Die Einfassungen der vorderen Doppelscheinwerfer fanden sich im Customteile-Fundus, die Scheinwerfer selbst stammen aus der Original-Auflage des 1957er Ford von AMT. Die eigenwillig geformte, an dieser Stelle aber perfekt passende Frontstoßstange fand sich als Chromteil unbekannter Herkunft in einer der zahlreichen Ersatzteil-Kisten, die Kühlerfigur spendierte ein ausrangierter Packard Boattail Speedster von Monogram.

Das Fahrwerk und der Motor wurden unverändert vom Italeri-Mercedes übernommen, die ohnehin kaum sichtbare Innenausstattung vom AMT-Chevy. Die Kompressor-Schläuche aus flexiblem Drahtmaterial lagen einem Duesenberg-Bausatz von Bandai bei, der jetzt mit den Plastikteilen des Monogram-Duesenberg vorliebnehmen muss. Das Conti-Kit am Heck war jahrelang das Ersatzrad eines Monogram-Rolls Royce, der in einer Kiste mit Schlachtobjekten ein tristes Dasein fristete und so zu neuen Ehren kam. Die hintere Stoßstange mit den exakt zu den Chrysler-Rücklichtern passenden, äußeren Rundungen fand sich im Bausatz des 1951er Chevrolet Fleetline von AMT. Der reichlich verteilte Chromzierrat an den Kotflügeln, der Karosserie-Unterseite und den Trittbrettern entstand aus 1,5 mm Evergreen-Profilen, verkleidet mit Bare Metal Foil.

So entstand, eigentlich völlig ungeplant und außer der Reihe ein ungewöhnliches, ausgetretene Pfade verlassendes Custom Car, dessen Bau allen Problemen zum Trotz einmal mehr richtig Spaß gemacht hat. Womit wiederum bewiesen wäre, dass Kreativität keine Grenzen kennt und auch ohne große Planung bestens funktioniert!

The Flamemaster

So kanns gehen, ein harmloser Anruf vom Robert und der nächste ´ Dreierpack `was on it´s way.

Nachdem der Gerd davon Wind bekommen hatte, was gerade am  laufen war, wollte er mitspielen. Ich war gerade mitten im verzweifelten Kampf mit dem "Finperial", nix passte 

zusammen, alles ging schief, da fragte er mich wie sektioned man eigentlich einen `Fat Fender Chevy?

Nachdem ich mit meinem Vortrag fertig war, dachte ich, hoffentlich habe Ich´s richtig erzählt. Ich habe sofort einen 37er rausgesucht, angezeichnet und zerschnitten.

Ging ratz-fatz.

Es war eine willkommene Unterbrechung vom Nerv Finperial Desaster. Ich habe auch gleich fotografisches Anschauungsmaterial nach " Great Black Flame" gesendet

Als er dreiviertel fertig war, habe ich ihn beiseite gepackt und wieder mit dem Imperial weitergekämpft.

Irgendwann wollte ich dann weitermachen, der Finperial war längst fertiggestellt und so habe ich ihn gechoppt, und die Hinterbacken mit 2mm Plastiksheet verbreitert damit dickere Reifen reinpassen. Es sollte ein Figure of Eight´ Racer werden.

Die Hauptschweinwerfer wurden verlängert und gestreamlined.

Die Motorhaube ist die Klarsicht Customhaube aus dem  Bausatz, wurde unten abgeschnitten und mit Louvres aus dem Louvreszimmer aufgezuckert.

Vom 57`er Chrysler 300 der teilweise vom Finperial übriggeblieben war habe ich den 300er Motor genommen und in den Chevy gestopft, zusammen mit dem Kühlsystem.

 

Der ging gerade so rein.

Die Trittbretter mussten weg und ich habe neue Customteile angefertigt, wegen der dickeren Hinterbacken.

Beim 1968 Dodge Coronet Convertible Kit ist ein Anhänger dabei, mit Kanister, Wagenheber und Feuerlöscher. Braucht für ein Cabrio kein Mensch.

Das Untergestell wurde umgebaut, damit es unter den abgeschnittenen und minimal verlängerten Hintern von einem 37 Chevy Wrack passt. Der Kofferraumdeckel wurde

ausgeschnitten und mit einem maßgefertigten Scharnier versehen, da er sich ja öffnen lassen muss.

Ich hatte schon mal einen 37er gebaut, der sogar recht schön war, nur der gepinselte Kunstharzklarlack auf dem weißen Lack, war mittlerweile so vergilbt, dass man das Teil

nicht mehr anschauen konnte. Es war total fleckig.

So mußte ich ihn leider zum Abschuss freigeben und habe ihn deshalb zerlegt. So dient er nun als Anhänger. 

Die Ersatzradreeling entstand scratch nach dem Maß der Räder.

Der ganze Umbau war nicht besonders aufwändig, es war zwar keine `Fingerübung´, aber mit dem einen oder anderen Schwierigkeitsgrad.

Der liebe Robert hat mir zum Glück seinen Kanister überlassen, so dass ich nun für Benzin, Öl und Wasser drei Stück habe. Beim Coronet ist leider pro Kit nur einer dabei.

 

Und 68´er Coronets zum plündern habe ich nur zwei.

 

Noch ein paar Gemeinschaftsbilder...


 

Flamemaster: Günther Eberhardt, München

Chevedes: Gerhard Hoffmann, Bachmehring

Flat´n´Shine: Robert Eiber, Großschwarzenlohe

Kommentar schreiben

Kommentare: 0